Erneut Anschläge in Sri Lanka
Heute hat eine Bombe eine Elektro-Transformatoren-Station in Elakanda, Wattala, 10 km nördlich von Colombo, zerstört. Es gab eine gewaltige Explosion, die auch 10 Wohnhäuser beschädigte und gut im Norden von Colombo zu hören war. Es kam zu Stromausfällen. Die Sicherheitskräfte wollen die Sicherheitsmassnahmen für Busse verschärfen und fordern die Schaffner auf, grosse Pakete nicht zu akzeptieren. Die srilankische Börse reagierte mit einem Minus von 0.72% und lag auf 2´719.9 Punkten bei Kursschluss. Vor allem ausländische Investoren verkauften.
Am 9. Januar 2007 um 21:16 Uhr
Ich mache mir große Sorgen
Heute früh habe ich noch mit Herrn Kiddinan/Thadchanamoorthy telefoniert, da wir uns Sorgen machten, denn gestern gab es einen Anschlag im Umkreis des Wohnbereichs der Famlie. Ich kann mich mit ihm übrigens gut unterhalten und merkte nichts davon, dass er angeblich kein Deutsch sprechen kann. Gern würde ich in diesem Moment wieder anrufen (doch in Sri Lanka ist es nach Mitternacht), denn gerade erreichte mich folgende Nachricht über den Stadtteil Wattala, in dem gestern eine Bombe zündete und in diesem Stadtteil lebt auch Familie Thadchanamoorthy:
Tue 09/01/2007 by bp //
“Sri Lanka: 40 Tamilen in Vororten Colombos verhaftet”
“Mehr als 40 Tamilen sind am Dienstag bei einer Aktion der srilankischen Armee (SLA) und Polizei von Montagnacht bis Dienstagmorgen in den Gegenden Minuwangoda, Negombo, Wattala und Gampaha in der Westlichen Provinz verhaftet worden. Die Aktion, bei der die Gegenden abgesperrt und durchsucht wurden, folgt einer Explosion eines Elektrizitäts- Transformators in Wattala von Montagmorgen, der die Gegend mit Strom versorgt”
Meine Sorge gründet auf den Umstand, dass man Herrn Kiddinan seine wichtigen Ausweispapiere, die er bei seiner Einreise nach Deutschland vor vielen Jahren abgeben musste, nicht bei der Ausweisung mitgeben hat. Ohne dieses Dokument ist er extrem gefährdet. Hier liegt nicht nur meiner Meinung nach eine große Schuld bei der ausführenden Behörde der Abeschiebung, also dem Kreis Warendorf. Andere Menschen teilen hier meine Meinung. Ich hoffe, dass nichts passiert. Die Bürgerkriegssituation in Sri Lanka verschlimmert sich täglich.
Ich kann nur sagen, dass ich der Meinung bin, dass der deutsche Staat meiner Meinung nach eine große Schuld auf sich lädt, wenn er Asylbewerber aus Sri Lanka nicht aufnimmt (siehe Bericht auf unserer Homepage) und ich bin auch der Meinung, dass eine Abschiebung der Familie Thadchanamoorthy nicht korrekt und auch herzlos war. Ein Leserbrief in der heutigen WN sagt zwar, dass man die Aktion und unseren Landrat, Dr. Gericke, nicht als herzlos bezeichnen darf. Ich denke, dass jeder hier seine Empfindungen sagen darf.
Für mich als überzeugte Christin ist die Aktion nicht nur herzlos gewesen, sondern es ist für mich eine Sünde nach den Regeln des Gottes, an den ich glaube und von dem ich mein Leben bestimmen lassen möchte.
Ich persönlich denke, dass unsere christlichen Kirchen darüber nachdenken sollten, bei solchem Verhalten den Antrag weltweit zu stellen, dass politische Parteien jede Zusätze, die auf christlichen Glauben hinweisen, aus ihren Namen streichen müssen. Einzelne Politiker können sicherlich christlich handeln, dies erlebe ich zum Glück durchgehend bei allen Parteien. Aber ich erlebe keine Partei die durchgehend christlich handelt. Kritiker können jetzt zwar sagen, dass auch nicht alle Mitglieder von Kirchen christlich handeln – ich denke jedoch, dass solch eine Aussage zu polemisch ist. Bei dieser Argumentation werden für mich zwei falsche Bereiche vermischt.
Wir sollten wieder zu Christus vordringen, der die Händler aus seinem Tempel geworfen hat und gesagt hat:
Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und gebt Gott was Gott ist.
Ich denke, dass viele Menschen unserem Bischof in Münster und dem Papst in Rom schreiben sollten, dass Parteien weltweit christliche Wortzusätze aus ihrem Namen streichen müssen. Dies meine ich auf in HInblick auf die derzeitigen Abschiebungspraktiken in Deutschland. Gerade ein Land mit unserer Vergangenheit müsste anders handeln.
In Solidarität möchte ich alle Menschen grüßen, die mit mir hoffen und bangen.
Elisabeth Wiengarten
Am 10. Januar 2007 um 14:40 Uhr
Ein Glück!
Habe heute früh -deutsche Zeit 7.30 Uhr – mit Herrn Thadchanamoorthy telefoniert. Er ist noch frei – hat aber viel Angst.
Er traut sich kaum mehr heraus.
Mit Gruß
Elisabeth Wiengarten
Frau Thadchanamoorthy hat am 12.1. Geburtstag – wir wollen versuchen ihr den Tag durch Nina und die Schwestern etwas schön zu gestalten. Im Abschiebungskrankenhaus-Gefängnis hat sie in Deutschland viele Karten von solidarischen Menschen erhalten.
Wer ihr einen Gruß senden möchte, kann diesen an mich schicken, über diese Seite, dann leite ich ihn an Nina weiter und sie druckt den Gruß für Frau Thadchanamoorthy aus.