Apisan hat Geburtstag
Heute, am 26. Januar 2007, hat Apisan Geburtstag. Er könnte zufrieden in der Klasse der Astrid-Lindgren-Schule sitzen und mit seinen Klassenkameraden feiern. Leider ist dies verhindert worden. Apisan ist abgeschoben worden – das Unwort des Jahres „Freiwillige Abschiebung“ wurde in diesem Zusammenhang von den beteiligten Behörden benutzt.
Apisan ist nicht freiwillig in Sri Lanka. Er hat immer noch viel Angst, ist oft krank. Mit Magenschmerzen geht er jeden Nachmittag zur Schule. Die Klassen sind groß, so dass die Kinder in eine Vor- und Nachmittagsgruppe aufgeteilt wurden. Zum Glück gehört die Schule zu dem Orden der Schwestern vom Good Sheperd Convent.
Dennoch müssen die Kinder bei staatlichen Stellen angemeldet werden. Dabei geriet der Vater, Herr Kiddinan, wieder in Gefahr, denn man unterstellte im Zugehörigkeit zur LTTE, weil man in Deutschland die ID-Karte von ihm (wir berichteten) nicht ordnungsgemäß mitgegeben hat.
Apisan versteht die tamilischen Kinder nicht – er fühlt sich allein. Er möchte Deutsch sprechen. Sein Vater übt jeden Tag mit ihm und seinen Schwestern Deutsch.
Apisan möchte wieder in seine Heimat, in das Land, in dem er geboren würde. Dieses Land ist Deutschland. In Warendorf wohnen seine Freunde. Die Kreisverwaltung Warendorf, an der Spitze der Landrat Dr. Gericke, könnte die Rückführung veranlassen. Wir hoffen auf diesen Akt der Menschlichkeit.
Elisabeth Wiengarten, 26. Januar 2007

Unser Foto zeigt Apisan im Dezember – er bekommt Post von seiner Klasse. Die Post geht immer an Nina Wiengarten, da die srilankanische Post in der Regel keine Briefe an Tamilen austrägt. Man erkennt am Namen, ob es sich um tamilische Bürgerinnen und Bürger handelt.