Infostand von Amnesty in Warendorf
Mit einer Eilaktion zeigte die Warendorfer Ortsgruppe von Amnesty International am vergangenen Samstag Präsenz in der Warendorfer Innenstadt. Im Jemen drohen nach Zusammenstößen zwischen Angehörigen einer schiitischen Gemeinschaft und Sicherheitskräften im Norden des Landes etwa 54 Männern Misshandlungen und Folter. Sie wurden festgenommen und haben derzeit keinen Kontakt zur Außenwelt.
Amnesty International befürchtet, dass viele von ihnen auf Grund der Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung und Glaubensfreiheit inhaftiert worden sind. Mit der Unterzeichnung eines Eilbriefes an den Präsidenten des Jemen konnten die Warendorfer Bürger ihre Solidarität bekunden und an eine menschliche Behandlung der Gefangenen appellieren bzw. um deren Freilassung bitten.
Der Abschiebefall der Warendorfer Familie Thadchanamoorthy aus Sri Lanka wurde von den Menschenrechtlern ebenfalls an die Warendorfer Bevölkerung weitergetragen. Das ai-Mitglied Nina Wiengarten berichtete den Passanten von dem unmenschlichen Schicksal und der perspektivenlosen Zukunft der die Familie in Sri Lanka ausgesetzt ist.
Die Studentin konnte die Familie während ihres Auslandssemesters in Sri Lanka mit Hilfe der katholischen Ordensschwestern vom Guten Hirten durch Zufall ausfindig machen und Hilfen zur Unterstützung aufbauen. Nina Wiengarten berichtet: „Die politische Situation eskaliert in weiten Landesteilen Sri Lankas von Tag zu Tag mehr. Die Familie lebt in ständiger Angst vor Übergriffen, Selbstjustiz, willkürlichen Polizeikontrollen, Festnahmen oder gar Folter. Nur durch die Spenden hilfsbereiter Mitbürger und dem Einsatz der Ordensschwestern konnte der Familie bisher ein gewisser Schutzraum geboten werden.
Die Ordensschwestern und ich sehen für die Familie jedoch keine Chance ein eigenständiges Leben in Sri Lanka leben zu können, was jedoch jedem Menschen möglich sein muss. Irgendwann sind die Spenden verbraucht und die Warendorfer geraten in die gleiche gefährliche Spirale von Armut und Kriegsgewalt, der sie nach der unmenschlichen Abschiebung ohne lebensnotwendige Papiere, der Grundlebensausstattung sowie Finanzen ausgesetzt waren.
Es ist immer noch nicht in Aussicht, dass Herr Thadchanamoorthy seine Ausweispapiere, wie die ID- Karte, in Sri Lanka neu ausgestellt bekommt, die einst im Rahmen des Asylverfahrens an einer der zuständigen Behörden in Deutschland verschwand. Ohne diese Papiere kann er keine Arbeit annehmen und kann sich im Rahmen von Kontrollen nicht ausweisen, was zur Festnahme führen kann. Das Leben der Familie hängt also weiterhin am seidenen Faden“.
Foto: Nina Wiengarten, Clemens Betting, Klaus Wiese, Heike Gerdelmann und Rudolf Strecker