Angriff im Osten Sri Lankas – Deutscher Botschafter nach Beschuss unversehrt
Eine Gruppe von Diplomaten ist im Osten Sri Lankas Ziel eines Angriffs von mutmaßlichen Tamilenrebellen geworden. Dabei wurden die Botschafter der USA und Italiens verletzt, der deutsche Botschafter blieb offenbar unversehrt. Die Delegation wollte Entwicklungsprojekte besuchen.
Die westlichen Diplomaten hatten Sri Lankas Menschenrechtsminister nach Batticaloa begleitet. In dem Krisengebiet an der Ostküste der Insel wollte die Delegation Entwicklungsprojekte besichtigen. Die Botschafter landeten am frühen Vormittag Ortszeit mit Hubschraubern auf dem Flugplatz von Batticaloa mehr als 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo. Einige Delegationsmitglieder waren bereits auf dem Weg zu wartenden Bussen, als der Beschuss mit Granaten begann.
Die Botschafter Italiens und der USA wurden nach Regierungsangaben leicht verletzt, außerdem einige srilankische Sicherheitskräfte. Der deutsche Botschafter Jürgen Weerth blieb unversehrt, wie das ARD-Hörfunkstudio Südasien erfuhr. Deutschland gehört zu den aktivsten internationalen Vermittlern in Sri Lanka.
Die srilankische Regierung machte sofort die Rebellen der tamilischen LTTE für den Angriff verantwortlich. In dem Gebiet operiert aber auch eine Splitterfraktion der LTTE, die von der Regierung unterstützt wird.
Der Osten Sri Lankas war in den vergangenen Monaten Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen Tamilenrebellen und Armee. Regierungstruppen vertrieben die LTTE aus ihren Gebieten nördlich Batticaloas. Obwohl formal seit fünf Jahren ein Waffenstillstand gilt, starben seit Beginn des vergangenen Jahres etwa 4000 Menschen. Die internationale Gemeinschaft rief wiederholt beide Seiten zu einem Ende der Gewalt auf.