Junge Beelener protestieren gegen Abschiebung von Bibas Bhandari

Bibas Bhandari, 26 Jahre, wohnhaft in Beelen, inhaftiert in Abschiebehaft in die Justizvollzugsanstalt nach Büren. Dieser Fall beschäftigte am vergangenen Wochenende viele Menschen in Beelen. In verschiedenen Familien liefen die Drucker heiß und hunderte von Flyern wurden im Dorf verteilt, an Autos unter Scheibenwischer geklemmt oder in Briefkästen gesteckt. In Eile hatte Rudolf Strecker aus Beelen noch einen Flyer gestaltet und viele halfen bei der Vervielfältigung. Menschen wurden angesprochen und spontan zeigten viele Bürgerinnen und Bürger Interesse und Solidarität.

Bibas Bhandari war in Beelen beliebt. Er hatte feste Arbeit und wohnte in einer Privatwohnung auf dem Finkenweg. Auch zu seinen Nachbarn hatte er guten Kontakt. Besonders gut war er viele Jahre auch mit dem Vorsitzenden der Beelener Radsportfreunde, Willi Strotmeier, bekannt. Beim Kulturpfad am Beilbachsportplatz machte er auch mit und unterstützte die Künstlerin Simone Beckmann aus Greffen. Einstimmig herrschte bei den Freunden und Bekannten die Meinung: „Man hätte Bibas nicht klammheimlich aus seiner Wohnung abführen dürfen. Er hatte keine Gelegenheit mit uns Kontakt aufzunehmen, mit uns zu sprechen. Es darf nicht sein, dass Menschen einfach aus ihren Wohnungen geholt werden.“

Am Samstag fanden sich noch mehr als dreißig junge Menschen auf dem Skaterplatz zusammen, um ein Foto für Bibas Bhandari zu machen. Am Samstag durfte Bibas im „Abschiebeknast Büren“ nicht besucht werden. Am Sonntag durften nur drei Menschen ihn besuchen. Diese Methoden wirkten auf die Beelener, die sich von Bibas verabschieden wollten schockierend. „Ich erfuhr von der Inhaftierung von Bibas am Freitag durch Herbert Luhmeyer, der Bibas auch gut kannte“, berichtet Elisabeth Wiengarten.

Sie kannte Bibas Bhandari seit 2002 und bewundert, mit welchem Elan dieser gearbeitet hat und auch die deutsche Sprache schnell erlernte. „Ich habe am Samstag versucht Bibas in der Justizvollzugsanstalt anzurufen. Es war nicht einfach. Man wollte ihn zuerst nicht ans Telefon holen.“, erzählt Elisabeth Wiengarten. Bibas Bhandari kann seine Abschiebung nicht verstehen, so berichtete er Elisabeth Wiengarten. Er hatte noch eine Duldung und sein Rechtsanwalt wollte neue Rechtsmittel einlegen, damit er in Deutschland bleiben könnte.

In der Justizvollzugsanstalt Büren saß auch Herr Thadchanamoorthy, erzählt Elisabeth Wiengarten weiter und hat große Zweifel an solchen Einrichtungen. Wer sich informieren will, kann dies bei einer Aktion, die sich vor Ort für die Häftlinge einsetzt, so Elisabeth Wiengarten und weist auf die Seite www.aha-bueren.de hin.

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Nora Dahl, Matthias Elsing, Andreas Lohmann, Roman Giesbrecht (alle vier von der AGR-Beelen (Aktiv gegen Rassismus), Marius Havelt, David Sander, Nina Wiengarten, Rudolf Strecker und Jannis Strecker trafen sich am Sonntag und verteilten auch noch Flyer an der Axtbachhalle, anlässlich der Hobbykünstlerausstellung. Die vielen Freunde von Bibas Bhandari und die Initiatoren von www.abgeschoben-waf.de wollen sich auch weiter vernetzen.

Ein großes Treffen ist zur Absprache geplant. Wer noch mitmachen möchte, kann sich bei der Familie Wiengarten unter Telefon 02586/970034 melden. Alle Aktiven bitten um den Download der Protestbriefe, des Flyers und der Unterschriftenlisten von www.abgeschoben-waf.de. „Wir hoffen, dass viele Menschen unserem Landrat Dr. Gericke schreiben und die sofortige Abschaffung der Abschiebemethoden; wie im Fall von Bibas Bhandari fordern.

„Bibas hätte noch Möglichkeit gegen die Abschiebung bis zum 3. Mai Einspruch zu erheben. Doch wahrscheinlich wird man ihn am Dienstag früh in ein Flugzeug auf dem Frankfurter Flughafen setzen“, so Elisabeth Wiengarten, die mit Frank Gockel vom Arbeitskreis Büren telefonierte.

„Bitte schreibt auch Mails an verwaltung@kreis-warendorf.de. Es müssen viele Schreiben dort eingehen.“ bittet Nina Wiengarten, die wieder einmal sehr geschockt von den Methoden der Warendorfer Ausländerbehörde ist. Eines scheint klar, wenn man mit den Betroffenen spricht: Bibas Bhandari wird in Beelen nicht so schnell vergessen werden.

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9 Reaktionen zu “Junge Beelener protestieren gegen Abschiebung von Bibas Bhandari”

  1. Birgit Luhmeyer

    An den Landrat Dr. Olaf Gericke

    Ich bin gegen die Abschiebung von Bibas Bhandari!!!

    Ich bin Bürgerin des Kreises Warendorf und möchte mich deutlich gegen Ihre Vorgehensweise im Fall der Abschiebung von Bibas aussprechen. Wie würden Sie sich fühlen wenn ihr Nachbar und Freund urplötzlich verschwindet und man nur durch einen reinen Zufall erfährt, dass er abgeschoben wird? Jeglicher Protest ist unter diesen Umständen nachzuvollziehen.

    Versuchen sie nicht ihre Taten durch Gesetze zu rechtfertigen! Gefragt für das Amt des Landrates sind nicht nur “Kompetenz, politische Erfahrung, Führungskraft und Durchsetzungsvermögen” sondern vielmehr Menschlichkeit und das Interesse die Bürger seines Kreises anzuhören. Wenn Sie, wie in Ihrer Abschiebungsrede beschrieben, für mehr Fairness sind, sollten Sie auch dementsprechend handeln! Ich möchte nicht, dass ein Landrat wie Sie, der dafür verantwortlich zu machen ist, dass Menschen unter den schlimmsten Bedingungen abgeschoben werden, meinen Kreis, den Kreis Warendorf repräsentiert.
    Sie haben sich zur Aufgabe eine moderne, mobile Jugendarbeit gemacht. Ich fordere Sie auf dieser auch nachzugehen und unsere Interessen zu vertreten und sich mit uns auseinanderzusetzen!

    Ich hoffe wir können mit Ihnen eine “der Sache dienenden Diskussion” führen und lade Sie hiermit zu einer Veranstaltung der Gruppe AGR (Aktiv gegen Rassismus) ein. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 26.04.07, um 19:30 Uhr im Rathaus in Beelen statt.

  2. Simon Voß

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte mich eindringlich gegen die Methoden, die die Ausländerbehörde Warendorf anwendet, aussprechen. Es ist eine Frechheit, wie diese mit MENSCHEN umgeht. Ich frage mich, wie SIE es finden würden, wenn so oder ähnlich mit Ihnen umgegangen werden würde. Es kann nicht sein, dass mit einem Mann, der 4 1/2 Jahre in Deutschland gelebt hat, unsere Sprache spricht und unsere Kultur lebt, so umgegangen wird!
    Er konnte sich weder von seinen Freunden, noch von seinen Arbeitskollegen verabschieden, sein Vermieter würde nicht informiert, NICHTS!
    Ich habe gedacht, die Zeiten in der man Menschen nachts aus ihren Betten holt, sie festnimmt und in U-Haft an einen unbekannten Ort, wären vorbei. Für mich ähnelt das sehr den alten STASI-Methoden. Es ist wirklich ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass unser Land, welches der EU angehört und somit für Menschenrechte kämpft und steht, sich so verhält! Ich schäme mich für Deutschland!

    Simon Voß!!

  3. Christian Rickfelder

    An den Landrat Dr. Olaf Gericke

    Als ich erfahren habe das mein Freund Bibas Bhandari am Freitagmorgen um 6 Uhr aus seiner Wohnung “abgeholt” wurde, dachte ich im ersten Moment heute wäre der erste April und jemand wolle mir einen markaberen Aprillscherz auftischen.
    Ich überlegete kurz und mir viel ein das dieses nicht sein könne, weil der erste April schon eine weile her ist.
    Nun ja ich habe eigentlich immer gedacht das sich die Geschichte in den letzten 65 Jahren dramatisch geändert hat aber jetzt habe ich gemerkt das damlige Methoden auch heute noch angewendet werden.
    Nun frage ich Sie, Herr Dr. Gericke, stellen Sie sich vor Sie wachen eines Morgens auf und sehen wie ein dunkelhäutiger junger Mann aus seiner Wohnung von der Polizei mitgenommen wird.

    Was denken Sie ?
    Denken Sie:
    Das geht mich nichts an, schliesslich ist das die Polizei und die wissen schon was sie tun ?
    FALSCH, denn wegsehen ist das schlimmste übel.
    Eines weiß ich ganz sicher unzwar das ich niemals wegsehen werde und ich nehme es nicht einfach so hin das man mir einen guten Freund wegnimmt.

    Ich möchte mich in diesem Brief ausdrücklich von Ihrem verhalten distanzieren und kann es einfach nicht verstehen wie man einen einen jungen Mann so bedrängen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen.

    Christian Rickfelder

  4. Michael Feodor

    Es gibt Regeln und Gesetze, in keinem anderen Land würden Leute sich dagegen stellen und für einen Flüchtling demonstrieren, mann kann nicht für jeden Gesetzesbrecher eine Ausnahme machen, nur weil er vielleicht schneller Deutsch kann oder den Otto vom Sportverein, Gerichte entscheiden nach Fakten und Gesetzen. Also laßt den Scheiß mit dieser Aktion!

    Michael Feodor

  5. David

    Was soll man jetzt daraus entnehmen? Dass man Gesetze und ihre Folgen nicht kritisieren darf? Dass man das, was andere nicht machen, auch nicht machen sollte?
    Sehr kritische Sicht auf die Dinge!

    Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die Aktion! Sowas macht Mut!

  6. Elisabeth Wiengarten

    Liebe Mitmenschen im Kreis Warendorf,

    liebe Engagierte in demokratischen Parteien,
    in Kirchen und Verbänden,
    nachdem ich den letzten Eintrag jetzt in meiner Mittagspause las, habe ich erst überlegt die Internetverantwortlichen anzurufen und um Löschung zu bitten.
    Ich habe es mir nun aber doch anders überlegt.
    Genau Menschen, die sich so äußern und so denken, sind der Grund für unser Engagement. (Schon seltsam, wenn jemand seinen Namen nicht nennen mag)

    Globalisierung ist in aller Munde.
    Die Welt rückt enger zusammen.
    Wir wissen viel über andere Länder und auch über die Ungerechtigkeiten dort und über politische Abläufe.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass wir ein schrumpfendes Volk sind, wir werden gar nicht ohne Zuwachs der Bevölkerung von außen unsere Sozialsysteme aufrecht erhalten können.

    Es ist gerade einmal rund 60 Jahre her, dass Menschen aus Deutschland in anderen Ländern um Asyl nachfragten.

    Ich denke, dass wir wachsam sein sollten und solche Menschen wie Josef G. sorgsam beobachten sollten. Ich weiß nicht, welche politische Richtung er vertritt – aber seine Äußerung kann und will ich so nicht stehen lassen.

    Für mich bewegen sich Menschen mit diesem Vokubular außerhalb unseres christlichen und demokratischen Wertesystems.

    Während den Anfängen!!

    Zunehmend beobachte ich auch im Kreis Warendorf Menschen, die durch Kleidung, Verhalten usw. zum Ausdruck bringen, dass sie rechtsorientiert denken. Ich bitte daher alle Engagierten um Wachsamkeit.
    Informiert euch über rechtsradikale Symbole und Zeichen, damit ihr frühzeitig erkennt, wo sich solche Personen bewegen.

    Unser Land NRW bietet dazu gute Informationen an, die auf folgender Seite zu finden sind:

    http://www.callnrw.de/aktiv_gegen_rechts.php

    In diesem Sinne herzliche Grüße.

  7. Ilja K.

    Und das soll ein “demokratisches” Deutschland sein?

    Zitat von Michael Feodor : “[...]Gerichte entscheiden nach Fakten und Gesetzen[...]“.
    Hmm naja, wenn es so sein sollte, dann kennen unsere Justizmenschen anscheinend nicht alle Fakten über Bibas. Daran glaube ich aber eher weniger, denn es ist offensichtlich, dass unsere Ausländerbehörde ihre Augen auf einige bedeutenden Fakten über Bibas zugemacht hat. Denn, wie könnte man sonst die blitzschnelle Vorgehensweise gegen unseren FREUND Bibas begründen?

  8. kim

    Hallo,
    ich finde die Art und weise wie man Menschen abschied grausamm.Auch ein guter Freund von uns ist abgeschoben worden,ohne das wir auf wiedersehen sagen konnten.Er lebte auch seit 4 Jahren schon in deutschland und hat sich hier ein neues Leben aufgbaut!
    Er wurde aus seiner Wohnung bei nacht und nebel rausgeholt und in den nächsten flieger gesetzt.
    Wir vermissen ihn schrecklich obwohl die abschiebung schon jahre zurück liegt.
    Er hatte kein geld und keinen plan wie es weiter gehen soll,denn auch in seiner heimat hatte er nichts mehr.
    Das ist unmenschlich und kann nicht einfach hingenommen werden,dieses leben in angst vor dem nächsten besuch in der behörde!Denn man weiß nicht ob man wieder zurück kommt.
    Lieber ali wir vermissen dich!!!!!!!!!!

  9. Petra Baldhoff

    Das kann ich so nur bestätigen

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