Bitte beteiligt euch an einer Briefaktion:

Amina El Fatmi aus Lippstadt darf nicht abgeschoben werden!

Amina El Fatmi wurde 1969 in Marokko geboren. Sie leidet unter einem offenen Rücken und Kinderlähmung. Die Erkrankung führte auch wegen fehlender Behandlungs-Möglichkeiten zu einer gravierenden körperlichen Behinderung. Amina El Fatmi ist seitdem vollständig auf die Hilfe eines Rollstuhles angewiesen.

Als „Krüppel“ im Dorf verhöhnt wurde sie von den Eltern nur im Hause versteckt. Sie erlebte keine Freundschaften, keine Schulausbildung, keine Anerkennung, sondern nur Hohn und Gespött. Mit der Situation scheinbar überfordert, wurde sie im Alter von vier Jahren von den Eltern an eine kinderlose Tante abgeschoben. Aber auch die Tante zeigte sich mit der Betreuung eines behinderten Kindes überfordert, so dass Amina El Fatmi keine Schul- oder gar Berufsausbildung genoss.

Ohne Schutz der Familie und mit schlimmen menschlichen Erfahrungen als behinderte Frau in Marokko kam sie dann im Jahre 2003 nach Deutschland. Amina El Fatmi erlebt hier in Deutschland positiv die Teilhabe behinderter Menschen in der Gemeinschaft, die Fürsorge der Gesellschaft durch sozialrechtliche Ansprüche sowie die Gleichstellung behinderter Menschen um Diskriminierungen zu vermeiden. Hier lernt sie jetzt Deutsch lesen und schreiben bei der Volkshochschule.

“Ich habe Amina in Lippstadt gut kennen gelernt und wir haben zusammen Rollstuhlhockey gespielt, es ist unglaublich und unmenschlich, dass unsere Freundin abgeschoben werden soll,” so Kirsten Bruns, selbst Rollstuhlfaherin und Mitbegründerin der Behinderten-Initiative Lippstadt e.V..

Amina hat panische Angst vor der Abschiebung. In Marokko hat sie keine Freunde oder Verwandten, niemand würde sich um sie kümmern. Wir befürchten, dass Amina bei einer Abschiebung nach Marokko dort verarmt, ihre ärztliche Behandlung nicht mehr erhält und sich durch Bettelei oder Prostitution ein Existensminimum beschaffen muss.

Ein Antrag an die Härtefallkommission des Landes NRW wurde gestellt. Trotzdem will die Stadt Lippstadt sie am 05.07.2007 abschieben, ohne die Empfehlung der Kommission abzuwarten.

Wir rufen daher auf, Solidarität mit Amina El Fatmi zu zeigen und von allen Seiten auf die Verantwortlichen bei der Stadt Lippstadt einzuwirken, den Abschiebe-Beschluss rückgängig zu machen. Diese Geste der Solidarität muss in einem reichen Land wie Deutschland möglich sein, gerade in Lippstadt – wo die Menschen auf die vielen behindertengerechten Einrichtungen bisher stolz sind, darf auf keinen Fall so ein unmenschlicher Akt an einer Behinderten erfolgen.

Hier die Kontaktdaten der Stadt Lippstadt:
Ostwall 1
59555 Lippstadt

per Telefon unter: 0 29 41 / 980-0
per Fax unter: 0 29 41 / 7 81 11
oder per E-Mail rund um die Uhr unter:
post@stadt-lippstadt.de

Leiter des Ausländeramtes Lippstadt:
walter.bertelsmeier@stadt-lippstadt.de

Hier ein Brief zum Kopieren oder Verändern:

Sehr geehrter – an Bürgermeister der Stadt Lippstadt und an den Leiter des Ausländeramtes

nach Presseberichten sind Sie bzw. der Kreis Soest mit der Abschiebung der Marokkanerin Frau Almina el Fatmi befaßt, die Rollstuhlbenutzerin ist.

Ich darf Sie bitten, der Betroffenen den Verbleib in Ihrer Stadt zu ermöglichen. Nicht zuletzt aufgrund der Behinderung dürfte eine Deportation der Betroffenen eine Härte besonderer Ausprägung bedeuten, erscheint doch zusätzlich die fachgerechte Behandlung ihrer der Behinderung zugrundeliegenden Erkrankungen in Marokko aus strukturellen und finanziellen Gründen ausgeschlossen zu sein.

Diese Besonderheiten heben den Fall Fatmi aus dem reinen Amtshandeln heraus und machen ihn zweifelsohne zu einer Gewissensangelegenheit aller daran Beteiligten, so daß das, was heute dem entspricht, das man im Nachkriegsdeutschland einen Befehlsnotstand nannte, ausscheidet, auch für Sie persönlich, sehr geehrte ……………….., und ein bewußtes und humanes Handeln nahelegen wird.

Ich darf erwarten, daß Sie persönlich Ihren Einfluß dahin geltend machen werden, der Betroffenen zunächst eine Beurteilung ihres Falles durch die Härtefallkommission NRW zu ermöglichen. Auch wenn diese sich nicht für ein Bleiberecht aussprechen würde, verlangt menschliches Handeln das Verbleiben der Frau in Deutschland.

Mit freundlichem Gruß

Hallo!

Danke für eure Unterstützung!

Amina ist leider nur geduldet, die Abschiebung kann leider immer (wieder) drohen. Wurde aber bisher nicht durchgeführt. Es gab immer wieder eine Verlängerung der Duldung. Zuletzt wurde es mit einem konkreten Termin (5.7.07) für die Abschiebung aber sehr konkret und gefährlich. Ich bin kein Experte für Flüchtlingsfragen. Ich kenne Amina persönlich und bin auch bei DIE LINKE engagiert.
Der Druck durch die lokalen Flüchtlingshelfer, die BürgerInnen, die Mitglieder der Behinderten-Initiative Lippstadt und den Bundestagsabgeordneten der LINKEN und uns hat jetzt vielleicht Wirkung gezeigt.

Ich habe jedenfalls soeben erfahren, dass Amina heute nicht abgeschoben werden soll und die Stadt die Entscheidung der NRW-Härtefallkommission abwarten will. Puhhh!
Kein Mensch ist illegal!

Gruß

Michael Bruns
Nußbaumallee 45
D-59557 Lippstadt
Fon 02941 244276
Handy 0170 7545045
Papier-Fax 02941 924463
Internet-Fax 01212-5-13509412
mail@michaelbruns.de

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