Neue Gewalt in Sri Lanka: Sri Lankas Armee attackiert Seperatisten

Präsident Mahinda Rajapakse hatte letzte Woche verkündet, seine Unterstützung hätte das von der Vorgängerregierung mit den Tamil Tigers geschlossene Abkommen sowieso nie gehabt. Und auch den norwegischen Vermittlern hatte er von Anfang an misstraut. Die geplante Autonomie der tamilisch besiedelten Gebiete im Norden und Osten, die den Frieden schaffen sollte, ging ihm und vor allem seinen singhalesisch-nationalistischen Verbündeten zu weit. Folgerichtig verhärteten sich die Fronten, kaum war Rajapakse vereidigt. Beide Seiten suchten ihre militärische Position zu stärken, doch weder die Regierung noch die LTTE wollte für einen offiziellen Bruch die Verantwortung übernehmen. Aufgerüstet von China und Pakistan und kräftig unterstützt von tamilischen paramilitärischen Truppen, konnte die Armee im vergangenen Jahr die Tamil Tigers von der Ostküste zurückdrängen. Vor zwei Monaten gelang es ihr, den Anführer des politischen Flügels der Tigers zu töten. Doch die militärische Vernichtung der Tigers führt über die Eroberung der unter dem Waffenstillstandsabkommen von den Rebellen autonom verwalteten Region, die den Norden vom Rest des Landes trennt. Eine Großoffensive war dort nicht möglich, solange der international überwachte Waffenstillstand in Kraft war.

Ohne Beobachter, die nicht nur die Menschenrechtsverletzungen der Rebellen, sondern auch die der Regierung anprangern, ist jetzt der Weg frei für die Offensive, die die Tigers so schwächen soll, dass die Regierung ihnen ihre Bedingungen diktierten kann. Zu erwarten, dass die vom Märtyrergeist gestählte LTTE darauf eingeht, ist naiv. Nach dem Abzug der Norweger ist jetzt die UNO gefragt, in einer Friedensinitiative zu vermitteln.

Eine Reaktion zu “Neue Gewalt in Sri Lanka: Sri Lankas Armee attackiert Seperatisten”

  1. Team von Abgeschoben-waf

    Infos vom 11. Januar 2008
    http://www.geoflueck.ch

    Reisen nach Sri Lanka sind momentan gefährlich – der Waffenstillstand ist am 2. Januar 2008 von der Regierung gekündigt worden. Von Reisen in die Regionen Trincomalee, Mannar, Batticaloa, Ampara, Vavuniya und Jaffna rate ich in den nächsten Wochen weiterhin ab. Die Gefahr von Bombenanschlägen im Grossraum Colombo ist erhöht, auch abgesagte Flüge könnten möglicher werden.
    TIPP: Wenn schon eine Reise, dann reisen Sie in die Regionen Nuwara Eliya oder Negombo. Tamilen, die nicht Bürger eines anderen Staates sind, rate ich zur Zeit zu grosser Vorsicht bei Reisen nach Sri Lanka – es ist fast unmöglich nach Jaffna zu kommen und Reisen in andere Gebiete im Norden und Osten sind gefährlich. Tamilen müssen sich auf Schikanen der Sicherheitskräfte und Erpressungen durch Paramilitärs gefasst machen

    Situation nach Regionen:

    Colombo: Vorsicht bei militärischen Anlagen und Konvois, im Hafen, in Bahnhöfen und Busdepots und bei wichtigen Wirtschaftsbetrieben ist geboten. Auch sollte man sich nicht unnötig in der Nähe des Parlamentes aufhalten. Ebenso sind Bankgebäude mögliche Anschlagsziele. Am 8. Januar starb Minister Dassanayake bei einem Bombenanschlag bei Colombo in Ja-Ela. Am 2. Januar ist nach der Ermordung des tamilischen Politikers Maheswaran als Reaktion der LTTE eine Landmine in Slave Island, dem Zentrum von Colombo, explodiert und hat 5 Personen getötet. Die LTTE hat Kader in der srilankischen Hauptstadt. Am 1.6.2007 forderten Sicherheitskräfte Lodge-Besitzer auf, über 5´000 Tamilen aus dem Norden und Osten innerhalb von 24 Stunden herauszuwerfen, tatsächlich wurden wenige Tage später mindestens 376 Tamilen weg geschafft – aber das Höchste Gericht von Sri Lanka stoppte dies am Freitag, 8. Juni +
    Zwei tamilische Mitarbeiter des srilankischen Roten Kreuzes wurden in Colombo entführt und am 2. Juni tot aufgefunden
    Am 26.3. kurz nach Mitternacht hat die Luftwaffe der LTTE den militärischen Teil des Flughafens von Colombo angegriffen, womit sich die Gefährdungslage verschärft hat – am 29.4. folgte ein zweiter tamilischer Luftangriff. Bombenanschlag beim Hafen Ende Mai + Versuchter Anschlag auf Hafen in Colombo am 27.1. und Anschläge auf Passagierbusse in der Region Colombo anfangs Januar. Bei allen Anschlägen wurden noch keine Touristen getroffen. Die Gefahr von weiteren Bombenanschlägen bleibt stets vorhanden .Mit dem Anschlag in Galle vom 18. Oktober 2006 hatte sich der Konflikt definitiv in den Süden und die Region Colombo ausgeweitet.

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