Information von www.geoflueck.ch
Montag, 21. Januar 2008, 16.50 h, 17.55 h, 21.50 h Neue LTTE-Strategie: Krieg in den Süden bringen bindet Streitkräfte
Nachträge Details Zwischenfälle (Mitternacht)
Innenpolitik: Die srilankische Regierung überlegt sich derzeit, ob sie nach den Morden an singhalesischen Zivilisten im Distrikt Monaragalla die LTTE nicht doch verbieten will, zumal sich aus Regierungssicht keine politische Lösung absehen lässt. (il) Dabei gehen Analysten davon aus, dass die Aktivität der LTTE im Süden Sicherheitskräfte an möglichst vielen Schauplätzen binden und damit schwächen (ausdünnen) will. (lankaenewspapers) Beim Begräbnis von Opfern der Gewalttaten im Monaragalla Distrikt kündigte Präsident Rajapakse am Freitag an, den Terror sobald wie möglich von Sri Lanka zu entfernen. (BBC) Heute Abend wurden aber in Monaragala Distrikt erneut 3 Polizisten getötet. (SLA, TN, CP) Eine Explosion hat heute früh um 5.55 h in Katunayake bei Colombo einen Transformator zerstört, wodurch auf der ganzen Insel der Strom für 2 Stunden ausgefallen ist. (LBO, TN)
Aus Sicherheitsgründen sind in Colombo schon am Freitag Strassenstände aufgehoben und die Kleinhändler trotz deren Protesten vertrieben worden. (CP)
Das APRC hat einen von allen getragenen Vorschlag verabschiedet, wonach die Autonomie auf Provinzebene mit Provinzräten gestärkt werden soll. (BBC)
Das Höchste Gericht hat eine Eingabe der TNA wegen den Lokalwahlen abgewiesen, mit der Begründung, es habe keine Kompetenz, diese Wahlen zu verschieben. (TN) Die Lokalwahlen im Distrikt Batticaloa sollen von 48 internationalen Wahlbeobachtern der PAFFEREL überwacht werden, die sich im Rahmen von friedensfördernden NGO-Projekten bereits in Sri Lanka aufhalten. (BBC) Verschiedene grosse Parteien hatten bis Sonntag ihre Kandidatenlisten noch nicht eingereicht. (TN)
In Colombo sind in den letzten Tagen mehrere Banden tätig geworden, die sich als geheimdienstleute oder Polizeioffiziere ausgeben und vor allem am Abend Tamilen an schwer einsehbaren Orten umkreisen und Geld fordern. Besonders betroffen sind Wellawatte und zwei weitere Quartiere von Colombo. (TN) In Puttalam gab es am Wochenende Proteste gegen Minister Abdul Baz, dessen Gefolgsleute Gewalt verbreiten würden. (CP) Am Freitag liess ein lokaler Richter in Colombo 4 Verdächtige, darunter einen früheren Luftwaffenoffizier, frei. Diese sollen hinter mehreren Entführungen von Muslimen und Tamilen im Raum Colombo stehen. (CP)
Aussenpolitik: Indien und Grossbritannien haben in einer gemeinsamen Erklärung betont, dass es für Sri Lanka keine militärische Lösung gebe. Die Regierung müsse vorwärts machen mit einer glaubwürdigen Machtteilung und so eine politische Lösung finden. (BBC) Die srilankische Regierung lobt die indische Regierung wegen deren Aussagen gegen den Terrorismus. (GDI) In Indien kam es in den letzten Tagen zu mehreren Festnahmen von mutmasslichen LTTE-Agenten und Helfern. So sei ein Attentat auf den EPRLF-Führer Perumal an einer Hochzeitsfeier in Rajasthan geplant gewesen (10 Verhaftungen) und im Raum Chennai habe man versucht, Stahlkugeln und Sprengstoff für die LTTE zu schmuggeln. In Tamil Nadu würden die Sicherheitskräfte Jagd auf die LTTE machen, damit sich diese dort nicht weiter ausbreitet. (CP, Island,TN) Die PNM – Patriotische Nationale Bewegung – warnt wegen kritischer Ausagen der UNHCR-Chefin Louise Arbour die UNO. Schon bald könnten sich patriotische Massen die UNO-Büros in Sri Lanka vornehmen. (il)
Wirtschaft: Der Börsenindex ist in Sri Lanka entgegen meiner Erwartungen nicht gefallen. (geoflueck) Grund ist ein Engagement einer indischen Firma in der Zementindustrie in der Hochsicherheitszone von KKS bei Jaffna. (LBO) Der Börsenindex stieg heute um 0.15% von 2´382.33Punkte auf 2´ 387.93 Punkte. (LBO)
Sicherheit und Menschenrechte: Die internationale Vereinigung für Journalisten hat Sri Lanka erneut kritisiert. So habe man am 16. Januar einen US-Journalisten des TV-Senders Sirasa massiv bedroht. (il) In Thanamalwilla, Distrikt Monaragalla, sind am Samstag 4 Hochlandtamilen verhaftet worden. Dies im Zusammenhang mit getöteten singhalesischen Zivilisten in der Region. (TN) Im Mannar Distrikt sollen in den letten 3 Wochen 5 tamilische Zivilisten entführt worden sein. Von ihnen fehlt jede Spur. (TN) In Hatton im Hochland soll am Donnerstag spät ein betrunkener Polizeiinspektor ein tamilisches Mädchen entführt haben. (TN)
Zwischenfälle: (Nachträge) Vorsicht: Die Armeezahlen sind bezüglich getöteter Rebellen in der Regel aus politischen Gründen stark übertrieben – auch bei LTTE-Meldungen ist Vorsicht angebracht
Armee behauptet: Montag – Jaffna 15 LTTE † und 2 Soldaten † / Vavuniya: 4 LTTE † / Monaragala: 3 Polizisten †
Armee behauptet: Sonntag 36 LTTE und 1 Soldat †: Jaffna: 2 LTTE † /Vavuniya: 13 LTTE † / Mannar: 19 LTTE † / Anuradhapura: 2 LTTE †, 1 Soldat † /
Rebellen zusätzlich: Sonntag 2 Soldaten†: Jaffna: 1 Zivilist † /Mannar: 2 Soldaten † / Batticaloa 1 Zivilist †, 1 Polizist †/ Ampara: 1 Zivilist †
Armee behauptet: Samstag 22 LTTE † 2 Soldaten †: Jaffna 1 LTTE † und 1 Soldat † / Vavuniya 8 LTTE † / Mannar 9 LTTE † / Anuradhapura 4 LTTE † und 1 Soldat †
Rebellen zusätzlich: Samstag 5 Soldaten † Jaffna 1 Soldat † / Vavuniya: 4 Soldaten †
Armee behauptet: Freitag 17 LTTE 1 Soldat †: Jaffna 6 LTTE † / Mannar 9 LTTE † / Anuradhapura 1 LTTE † und 1 Soldat † /Batticaloa ! LTTE †
Armee behauptet: Donnerstag 31 LTTE † 3 Soldaten † 8 Zivilisten †: Jaffna 1 LTTE † / Vavuniya 8 LTTE † / Mannar 18 LTTE † / Anuradhapura 4 LTTE † und 1 Soldat † / Monaragala 2 Milizionäre † und 8 Zivilisten †
Armee behauptet: Mittwoch 7 LTTE † 33 Zivilisten † : Jaffna 2 LTTE † / Mullaithivu 2 LTTE † / Anuradhapura 2 LTTE † / Trincomalee: 1 LTTE † /Monaragala 33 Zivilisten †
Montag, 21. Januar 2008
Jaffna: Bei Nagar Kovil und Muhamalai hat die Armee heute früh um 2.30 h eine kurze und massive Operation gegen die LTTE durchgeführt. Als Resultat seien 24 LTTE-Bunker zerstört worden: bei Nagar Kovil 4 LTTE-Bunker, östlich der A9 bei Muhamalai 12 Bunker und westlich der A9 bei Muhamalai 8 Bunker . Man habe 15 Rebellen getötet und über 30 verletzt. Auf der eigenen Seite seien 2 Soldaten gefallen und 9 verletzt worden. (SLA) In Jaffna haben heute, 10.30 h, bewaffnete Männer in zivilen Kleidern an Armeeposten vorbei einen jungen Mann gejagt und auf dem Gelände der Universität Jaffna erschossen. (TN)
Vavuniya: Bei Navathkulam will die Armee heute um 14.55 h bei einem Angriff 4 Rebellen getötet haben. (SLA)
Monaragala: In der Thanamalwila Division, bei Allimankadu bzw. Kithulgoda, wurden heute Abend, 19.45 h (SLA) oder 20.20 h (TN) Polizisten auf Suchaktion angegriffen. Dabei wurden 3 Polizisten getötet, und die Täter verschwanden wieder im Dschungel. (SLA, TN, CP) Insgesamt habe die bewaffnete Gruppe bereits 47 Singhalesen auf dem Gewissen. (CP)
Am 3. Februar 2008 um 02:05 Uhr
von:
http://nachrichten.netscape.de/Politik/Rebellen-rekrutieren-Kinder-Schwangere-Welt_Politik_1573028-0.html
Rebellen rekrutieren Kinder und Schwangere
Seit 30 Jahren findet das Land südlich von Indien keine Ruhe: Die Tamilen rebellieren gegen die Regierung, um sich unabhängig von Sri Lanka zu machen. 75.000 Menschen starben bisher bei dem Konflikt und neueste Ereignisse zeigen, dass es immer noch kein Ende in den blutigen Kämpfen gibt.
Viele Tote bei Anschlag auf Bus mit Schulkindern
Die traurige Liste der vergessenen Katastrophen
“Schon 1978 hat der Premierminister versprochen, binnen drei Monaten mit den Rebellen fertig zu sein. Nun sind 30 Jahre vergangen, und was ist geschehen?“ Verzweiflung klingt aus den Zeilen, die ein Leser aus Sri Lanka an die Internetausgabe der Zeitung “Daily Mirror“ geschickt hat. Der Verteidigungsminister hatte kurz zuvor bekannt gegeben, dass elf Zivilisten im Südosten der Insel umgekommen seien, niedergemetzelt mit Maschinengewehren. Die mutmaßlichen Täter: tamilische Rebellen.
Seit Jahrzehnten tobt in Sri Lanka ein blutiger Krieg zwischen Regierung und Tamilen, die ihren eigenen Staat im Nordosten zu erzwingen suchen. Für Optimismus, dass die Gewalt bald ein Ende nimmt, gibt es wenig Grund. Am vergangenen Mittwoch lief der Waffenstillstand aus, der sechs Jahre lang gegolten hatte und der das Papier kaum wert war, auf dem man ihn geschrieben hatte. Die Regierung in Colombo zeigte kein Interesse an einer Verlängerung. Eine nordische Beobachtermission, die seit 2002 im Konflikt zu vermitteln gesucht hatte, muss abziehen.
Seit Mittwoch nun bomben die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) wieder. Mindestens 38 Menschen sind in drei Tagen ums Leben gekommen, darunter viele Frauen und Kinder. In Buttala, einer Stadt südöstlich von Colombo, jagten die Rebellen einen Linienbus in die Luft. 27 Opfer forderte allein dieser Anschlag. Dass mit Buttala ein Ort im Süden ins Visier der Terroristen geraten ist, verdeutlicht den Ernst der Lage noch mehr: Bisher konzentrierten sich die LTTE auf den Norden Sri Lankas. Nun drohen sie, das ganze Land mit Gewalt zu überziehen.
Dafür nehmen sie offenbar jedes Mittel in Kauf. Menschenrechtsorganisationen wie die Human Rights Commission berichten, dass die Tamilen-Rebellen die Landbevölkerung in ihre Reihen zwingen. Bisher hätten sie pro Familie „nur“ ein Kind zwangsrekrutiert. Für ihre neue Offensive sind es nun zwei Kinder. Auch Männer bis 55 Jahre und schwangere Frauen bis zum vierten Monat nehmen die Tiger mit. In der Vergangenheit hatten die LTTE Frauen für Selbstmordattentate eingesetzt.
“Man überlegt sich lieber zweimal, einkaufen zu gehen oder den Bus zu benutzen. Selbst in Colombo, das bisher als relativ sicher galt“, erzählt Ruben Wedel, der für die deutsche Organisation Kindernothilfe in Sri Lanka arbeitet. Wedel kam nach dem Tsunami im Dezember 2004 in das Land, um Schulen und Kindergärten wieder aufzubauen. Doch die Katastrophe, bei der 40.000 Menschen starben, „dauerte nur 20 Minuten“, so Wedel. „Der Krieg aber geht nun schon seit 25 Jahren.“ Mehr als 75.000 Menschen haben den Konflikt seither mit ihrem Leben bezahlt.
Präsident Mahinda Rajapaksa will den Widerstand der Rebellen nun endgültig brechen, mit aller Gewalt. Dafür setzt er nicht nur das Militär ein, sondern offenbar auch Söldner, die mit der gleichen Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgehen wie die Rebellen, berichten Menschenrechtler. Der Präsident verkündet derweil, binnen weniger Wochen werde Friede einkehren. Das hatte bereits ein Vorgänger versprochen, vor vielen Jahren.
Am 3. Februar 2008 um 02:05 Uhr
von:
http://nachrichten.netscape.de/Politik/Rebellen-rekrutieren-Kinder-Schwangere-Welt_Politik_1573028-0.html
Rebellen rekrutieren Kinder und Schwangere
Seit 30 Jahren findet das Land südlich von Indien keine Ruhe: Die Tamilen rebellieren gegen die Regierung, um sich unabhängig von Sri Lanka zu machen. 75.000 Menschen starben bisher bei dem Konflikt und neueste Ereignisse zeigen, dass es immer noch kein Ende in den blutigen Kämpfen gibt.
Viele Tote bei Anschlag auf Bus mit Schulkindern
Die traurige Liste der vergessenen Katastrophen
“Schon 1978 hat der Premierminister versprochen, binnen drei Monaten mit den Rebellen fertig zu sein. Nun sind 30 Jahre vergangen, und was ist geschehen?“ Verzweiflung klingt aus den Zeilen, die ein Leser aus Sri Lanka an die Internetausgabe der Zeitung “Daily Mirror“ geschickt hat. Der Verteidigungsminister hatte kurz zuvor bekannt gegeben, dass elf Zivilisten im Südosten der Insel umgekommen seien, niedergemetzelt mit Maschinengewehren. Die mutmaßlichen Täter: tamilische Rebellen.
Seit Jahrzehnten tobt in Sri Lanka ein blutiger Krieg zwischen Regierung und Tamilen, die ihren eigenen Staat im Nordosten zu erzwingen suchen. Für Optimismus, dass die Gewalt bald ein Ende nimmt, gibt es wenig Grund. Am vergangenen Mittwoch lief der Waffenstillstand aus, der sechs Jahre lang gegolten hatte und der das Papier kaum wert war, auf dem man ihn geschrieben hatte. Die Regierung in Colombo zeigte kein Interesse an einer Verlängerung. Eine nordische Beobachtermission, die seit 2002 im Konflikt zu vermitteln gesucht hatte, muss abziehen.
Seit Mittwoch nun bomben die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) wieder. Mindestens 38 Menschen sind in drei Tagen ums Leben gekommen, darunter viele Frauen und Kinder. In Buttala, einer Stadt südöstlich von Colombo, jagten die Rebellen einen Linienbus in die Luft. 27 Opfer forderte allein dieser Anschlag. Dass mit Buttala ein Ort im Süden ins Visier der Terroristen geraten ist, verdeutlicht den Ernst der Lage noch mehr: Bisher konzentrierten sich die LTTE auf den Norden Sri Lankas. Nun drohen sie, das ganze Land mit Gewalt zu überziehen.
Dafür nehmen sie offenbar jedes Mittel in Kauf. Menschenrechtsorganisationen wie die Human Rights Commission berichten, dass die Tamilen-Rebellen die Landbevölkerung in ihre Reihen zwingen. Bisher hätten sie pro Familie „nur“ ein Kind zwangsrekrutiert. Für ihre neue Offensive sind es nun zwei Kinder. Auch Männer bis 55 Jahre und schwangere Frauen bis zum vierten Monat nehmen die Tiger mit. In der Vergangenheit hatten die LTTE Frauen für Selbstmordattentate eingesetzt.
“Man überlegt sich lieber zweimal, einkaufen zu gehen oder den Bus zu benutzen. Selbst in Colombo, das bisher als relativ sicher galt“, erzählt Ruben Wedel, der für die deutsche Organisation Kindernothilfe in Sri Lanka arbeitet. Wedel kam nach dem Tsunami im Dezember 2004 in das Land, um Schulen und Kindergärten wieder aufzubauen. Doch die Katastrophe, bei der 40.000 Menschen starben, „dauerte nur 20 Minuten“, so Wedel. „Der Krieg aber geht nun schon seit 25 Jahren.“ Mehr als 75.000 Menschen haben den Konflikt seither mit ihrem Leben bezahlt.
Präsident Mahinda Rajapaksa will den Widerstand der Rebellen nun endgültig brechen, mit aller Gewalt. Dafür setzt er nicht nur das Militär ein, sondern offenbar auch Söldner, die mit der gleichen Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgehen wie die Rebellen, berichten Menschenrechtler. Der Präsident verkündet derweil, binnen weniger Wochen werde Friede einkehren. Das hatte bereits ein Vorgänger versprochen, vor vielen Jahren.