Vor Feiern zum Unabhängigkeitstag

Bei einem Selbstmordanschlag auf den Hauptbahnhof von Sri Lankas Hauptstadt Colombo sind mindestens sieben Menschen getötet worden, weitere 90 wurden verletzt. Ein Armeesprecher machte die Tamilen-Rebellen für den Anschlag verantwortlich. Bereits am Morgen waren bei der Explosion einer Handgranate im Zoo von Colombo acht Menschen verletzt worden. Nachdem Panik unter den Besuchern ausgebrach, schloss die Polizei den in einem Vorort gelegenen Tiergarten. Gestern starben bei einem Bombenattentat auf einen Bus in der Stadt Dambulla 20 Menschen. Auch dafür machte die Regierung die Tamilen-Rebellen verantwortlich.

Inhalte und weitere Infos unter: http://www.tagesschau.de/ausland/srilanka32.html

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Zwölf Menschen starben bei einem Selbstmordanschlag auf den Hauptbahnhof von Colombo.

Unabhängigkeit soll trotzdem stattfinden

Trotz des hohen Anschlagsrisikos sollten die Feiern zum 60. Unabhängigkeitstag am Montag wie geplant stattfinden. Ein Polizeisprecher sagte, es dürfe den Rebellen nicht gelingen, die Feiern zu sabotieren. Der Unabhängigkeitstag wird unter anderem mit einer Militärparade gefeiert, an der allein 4100 Soldaten teilnehmen. Zum Schutz wurden tausende weitere Soldaten und paramilitärische Einheiten aus anderen Landesteilen in der 650.000-Einwohner-Hauptstadt zusammengezogen.

Die Gewalt zwischen den Tamilen-Rebellen und der Regierung nimmt seit Wochen wieder zu. Mitte Januar endete offiziell ein 2002 ausgehandelter Waffenstillstand, der jedoch schon seit Ende 2005 faktisch nicht mehr eingehalten wurde. Die Tamilen-Rebellen kämpfen seit mehr als 35 Jahren für einen unabhängigen Staat im Norden Sri Lankas. In dem Konflikt kamen Schätzungen zufolge bis zu 70.000 Menschen ums Leben.

2 Reaktionen zu “Vor Feiern zum Unabhängigkeitstag”

  1. Team von Abgeschoben-waf

    von http://www.geoflueck.ch:

    Sonntag, 3. Februar 2008, 12.50 h, 19.50 h Anschlag in Colombo fordert mindestens 12 Tote

    In Colombo, auf der Plattform 3 des Bahnhofs Fort Railway Station, hat sich um 14.10 h nach Armeeangaben neben dem einfahrenden Zug von Vavuniya-Matara eine Selbstmordattentäterin in die Luft gesprengt. Dabei riss sie 11 Zivilisten mit in den Tod, mindestens 92 Personen wurden verletzt. Die Armee macht die LTTE für den Anschlag verantwortlich. (SLA, TN, BBC ) Bereits um 10.30 h hatte eine Handgranatenexplosion im Dehiwala Zoo von Colombo je nach Quelle 4 bis 6 Verletzte gefordert. (SLA, TN, Radio DRS)
    Kommentar: Die Strategie hinter den Anschlägen der letzten Wochen ist klar: Sri Lanka soll destabilisiert und der Tourismus als wichtiger Pfeiler der srilankischen Wirtschaft soll zum Einsturz gebracht werden. Die nun eintreffenden Reisewarnungen waren somit skrupellos einkalkuliert. Auch im Rebellengebiet starben Zivilisten durch Anschläge und der Konflikt wird immer grausamer. (geoflueck)

    Innenpolitik: Die Verkehrsverbindungen nach Vavuniya sind unterbrochen – auch die Flüge von Jaffna nach Colombo bleiben bis Dienstag annulliert. (TN). Alle Züge wurden heute im Bahnhof Fort vorübergehend gestoppt und es gab eine grosse Suchaktion. (il) Die LTTE werde unterschätzt. Nach zuverlässigen Informationen habe sie eine Mannstärke von 15´000 bis 17´000 Rebellen. (lankaenewspapers) Der SLMC als eine der grössten Parteien im Distrikt, überlegt einen Boykott der Wahlen im Batticaloa Distrikt. Aufgrund der bewaffneten Aktivität der TMVP sei die Wahl eine Farce. (il, CP)

    Aussenpolitik: Australien hat eine Reisewarnung für Sri Lanka herausgegeben. Dabei wird auch vom Besuch wichtiger touristischer Reiseziele im kulturellen Dreieck Kandy – Anuradhapura – Polonnaruwa gewarnt. (il) Die US Botschaft hat die Anschläge im Süden scharf verurteilt. Diese trügen die Handschrift der LTTE. (CP, TN. il) Die srilankische Regierung bezeichnet die Kritik von internationalen Menschenrechtsorganisationen an ihr, der EPDP und TMVP als einseitig und als Neokolonialismus – die selben Organisationen würden die LTTE für ihre Brutalität nicht verurteilen. (il)

    Sicherheit und Menschenrechte: Die srilankischen Sicherheitskräfte werden alle Busse aus dem Norden in Medawachchiya stoppen. Dann werden Gepäck und Passagiere genau untersucht. Die Weiterfahrt geschieht in Zukunft ab Medawachchiya in anderen Bussen. (il) In der Region Matale/Dambulla wurden gestern 16 Tamilen verhaftet. (TN) Ein Tamile wurde am Samstag, 22.00 h, in Paalaiyoothu bei Trincomalee entführt. (TN) In der Stadt Trincomalee ist höchste Alarmstufe und die Kontrollen wurden massiv verschärft. (TN)

  2. Team von Abgeschoben-waf

    http://www.tagesschau.de/ausland/meldung100774.html

    Hintergrund

    Die Separatistengruppe LTTE in Sri Lanka
    Von Priya Palsule-Desai, tagesschau.de

    [Bildunterschrift: Straßenkontrollen in Colombo nach einem Attentat (Archiv) ]
    Rund 15 Prozent der Bewohner Sri Lankas sind Tamilen, etwa 75 Prozent sind Singhalesen. Die Separatistengruppe LTTE sieht sich als alleinige Vertretung der tamilischen Minderheit und kämpft für einen eigenen Staat im Nordosten des Landes.

    Die Spannungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen existieren seit der britischen Kolonialzeit – massiv diskriminiert wird die tamilische Minderheit jedoch erst seit der Unabhängigkeit Sri Lankas 1947. Unter anderem wurden tamilische Studenten von Universitäten ausgeschlossen – in diesem Milieu entstanden in den siebziger Jahren verschiedene militante Gruppen. Besonders großen Zulauf verzeichnete die LTTE mit ihrer Forderung nach einem unabhängigen Tamilenstaat.

    Unter der Führung von Velupillai Prabhakaran begann das Gewalt- und Herrschaftsmonopol der LTTE im Nordosten zu wachsen. Immer öfter verübte die Gruppe gut organisierten Mordanschläge gegen Politiker und Widersacher. Finanzielle Unterstützung erhielt sie vor allem von Exil-Tamilen aus dem Ausland.

    Der Aufstieg durch den Bürgerkrieg
    1983 ermordete die LTTE 13 singhalesische Soldaten. Es folgt ein Vergeltungsakt der Singhalesen, bei dem im ganzen Land tagelange Massaker an der tamilischen Minderheit verübt werden, ohne das die singhalesisch-orientierte Regierung einschreitet. Dies ist der Beginn des jahrelangen Bürgerkriegs. Die LTTE erhält immer mehr Zulauf von nichtpolitischen und friedlichen Tamilen, da damals keine keine politische Alternative existierte. In späteren Jahren schaltet die LTTE andere tamilische Gruppen durch gezielte Tötung ihrer Führer aus, um den Alleinherrschaftsanspruch zu sichern.

    Organisationseinheiten und Kindersoldaten
    Innerhalb der Organisation LTTE existieren unterschiedliche Einheiten. Eine der bekanntesten Untergruppe sind die “Black Tigers”, die viele Bombenanschläge verübten. Die Attentäter dieser Einheit tragen immer Zyankalitabletten mit sich, um Verhaftungen durch Selbstmord zu entgehen.

    Das prominenteste Mordopfer, das den „Black Tigers“ zugerechnet wird, ist der ehemalige Ministerpräsident Indiens, Rajiv Gandhi. Er wurde 1991 durch eine Selbstmordattentäterin in Indien getötet. Gandhi spielte eine aktive Rolle im ersten Verhandlungsprozess in den Jahren nach dem Tamilen-Massaker. Mit der srilankischen Regierung und den Separatisten schloss er 1987 das Indo-Sri- Lanka-Agreement. Die LTTE lehnte die Vereinbarung kurze Zeit später ab, weil ihrem Alleinherrschaftsanspruch im Norden nicht nachgegeben wird.

    Frauen bilden innerhalb der LTTE eigene Einheiten. Ab den neunziger Jahren stellen sich immer mehr Frauen für Selbstmordattentate zur Verfügung. Viele von ihnen sind Angehörige verstorbener LTTE-Kämpfer. Durch den Märtyrertod kommen sie zu Ehre, die den Frauen in der tamilischen Gesellschaft im Allgemeinen vorenthalten bleibt.

    Auch wenn die LTTE leugnet, Kinder zu rekrutieren und offiziell nur Jugendliche über 18 Jahren als Soldaten, Boten und Träger einsetzt, prangern internationale Organisationen wie amnesty international die Zwangsrekrutierung von Minderjährigen an.

    Politischer Einfluss
    Seit Beginn des Bürgerkriegs hat bisher jede Regierung Sri Lankas mit der LTTE verhandelt, die Gruppe bis zu den dritten Friedensverhandlungen 2001 jedoch nie offiziell als legitimierten Verhandlungspartner akzeptiert – eine Alternative gab es aufgrund des rigiden Alleinherrschaftsanspruchs und des großen Rückhalts der LTTE in der tamilischen Bevölkerung jedoch nicht.

    Die LTTE gab ihren Anspruch auf einen unabhängigen Staat nie auf – die Regierung will dem jedoch nicht zustimmen. Trotzdem festigt die LTTE seit dem Waffenstillstand 2001 ihre autonomen Strukturen im Nordosten durch Zölle und Einfuhrkontrollen.

    Weltatlas: Sri Lanka [Flash|HTML] .

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