Telefonat mit Herrn Thadchanamoorthy vom 2. April 2008

Im heutigen Telefonat mit Herrn Thadchanamoorthy berichtete er von starken Militärkontrollen. Zum Glück drangen die Soldaten dieses Mal nicht in seine Wohnung ein. Im Hintergrund hörte ich die Kinder und Frau Thadchanamoorthy jedoch weinen. Alle haben sehr große Angst, wenn das Militär auf der Straße kontrolliert. Zu oft haben sie schon erfahren, dass der Ehemann und Vater nur vor Inhaftierung gerettet wurde, weil die Ordensschwestern zur Hilfe eilten.

Immer noch hat Herr T. keine ID-Karte. Bitte erinnern Sie sich, dass er ohne die lebensnotwendige ID-Karte im Oktober 2006 abgeschoben wurde. Wir können nur immer wieder die Lebensgefahr betonen, die dadurch für die ganze Familie entstanden ist. Trotz vielfältiger Versuche konnte keine neue Karte erhalten werden. Die Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt stellen ganz klar die Gefahr, die inschwischen auch in Colombo herrscht, heraus.

Inzwischen gibt es auch Anschläge auf Kirchen. Ein Bischof ordnete sogar an, dass der Madu Schrein in Sicherheit gebracht werden muss.

Zitat www.tamilpress.de:

„Mehr als 5.000 Menschen haben sich am Mittwochmorgen vor der St. Sebastians Kathedrale in Mannaar versammelt und an einem Gebet teilgenommen. Danach zogen sie vor das Distriktsekretariat und übergaben einen Appell, in dem sie die srilankische Regierung und die LTTE aufforderten, die Gegend des Madu Schreins zur „Friedenszone“ zu erklären. „Mehrfach schlagen Granaten auf das Kirchengelände ein, und viele derjenigen, die sich dort aufhalten, mussten fliehen, während Priester und die anderen Kirchenarbeiter, die noch vor Ort sind, in Angst leben und gezwungen sind, Zuflucht in Bunkern zu suchen“, heißt es in einem Appell des Bischofs von Mannaar.“

Für das Team von abgeschoben-waf.de – Elisabeth Wiengarten

3. April 2008 www.auswaertiges-amt.de

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt rät von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Sri Lanka ab.

Seit Beginn des Jahres 2008 hat die Zahl terroristischer Anschläge landesweit deutlich zugenommen, auch in Gegenden, die bislang als unproblematisch galten.

Deutschen Staatsangehörigen, die sich nicht nur vorübergehend in Sri Lanka aufhalten, wird empfohlen, sich bei der Botschaft zwecks Eintragung in die Deutschenliste zu melden.

Der seit Februar 2002 bestehende Waffenstillstandsvertrag zwischen der Regierung und der LTTE ist seit dem 16. Januar 2008 außer Kraft. Seitdem gab es in verschiedenen Landesteilen vermehrt Bombenanschläge mit vielen Toten, auch in der Hauptstadt Colombo, zuletzt bei einem Selbstmordanschlag im Hauptbahnhof. Es muss damit gerechnet werden, dass es zu einer weiteren Verschärfung der Sicherheitslage kommt, auch in Landesteilen, die bislang als unproblematisch galten. Insbesondere Colombo wird in Zukunft mehr gefährdet sein.

Nördliche, östliche und südöstliche Landesteile

Nachdem die Kampfhandlungen im Osten weitgehend zum Erliegen gekommen sind, hat dort die Armee die Kontrolle übernommen. Aber nach wie vor gibt es ein hohes Maß an Unsicherheit wegen der Anwesenheit paramilitärischer Gruppen und dem Wiedereinsickern von LTTE-Kämpfern. Die jetzt beginnende Vorbereitung regionaler Wahlen wird zu gewalttätigen Auseinandersetzungen rivalisierender Parteien und Gruppen führen, so dass von Reisen in dieses Gebiet abgeraten wird. Der Krieg verlagert sich mittlerweile in den Norden, so dass auch die Gebiete südlich der Demarkationslinie bei Anuradhapura nicht mehr besucht  werden sollten. Der Yala-Nationalpark ist nach Bombenanschlägen jetzt wieder geöffnet, von einem Besuch wird jedoch abgeraten. Die Halbinsel Jaffna kann nicht bereist werden. Übrige Landesteile und Hauptstadt ColomboSeit Herbst 2006 hat es auch in den touristisch bevorzugten und vom ethnischen Konflikt bisher weitgehend verschonten Landesteilen im Süden und Südwesten (kulturelles Dreieck, Galle) Anschläge auf militärische Einrichtungen gegeben, die Todesopfer gefordert haben. Hiervon war – insbesondere seit Beendigung des Waffenstillstandes im Januar 2008 – mehrfach auch die Hauptstadt Colombo betroffen. Mit weiteren Anschlägen muss gerechnet werden.  Vor allem in Colombo ist die starke Präsenz des Militärs unübersehbar. Anordnungen der Sicherheitskräfte an den häufigen Sicherheits-Checkpoints müssen unbedingt befolgt werden. Militärische Einrichtungen und Militärkonvois sind immer wieder Ziel von Anschlägen und sind zu meiden.

Reisen über Land

Nachtfahrten sind auch aus Gründen der Verkehrssicherheit außerhalb der Städte zu unterlassen; auf die häufig unbeleuchteten Verkehrskontrollpunkte auch innerorts ist besonders zu achten. Hauptverkehrsstraßen bieten eine höhere Sicherheit als weniger kontrollierte Nebenwege und sind deshalb unter den oben genannten Einschränkungen vorzuziehen. Öffentliche Verkehrsmitttel wie Bus und Bahn sollten aufgrund der Anschlagsgefahr gemieden werden.

Seereisen

Aufgrund von immer wieder auftretenden Fällen von Piraterie in sri lankischen Gewässern wird insbesondere Seglern zu Vorsicht geraten.

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