Minister bei Selbstmordanschlag in Sri Lanka getötet

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Sri Lankas Straßenbauminister Fernandopulle ist bei einem Selbstmordanschlag während des Starts eines Marathonlaufs getötet worden. Mit ihm starben mindestens zwölf Menschen. Fernandopulle ist bereits der zweite Minister, der 2008 durch einen Anschlag getötet wurde.

Von Christoph Heinzle, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Sri Lankas Minister für Schnellstraßen und Straßenbau Jeyaraj Fernandopulle ist bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Er war im Rahmen der Feiern zum singhalesischen Neujahrsfest zu dem Großereignis nahe Colombo gekommen. Der Minister wollte gerade einen Marathonlauf starten, als sich gegen 7.30 Uhr die Explosion ereignete. Nach Angaben von Polizei und Militär handelte es sich um einen Selbstmordanschlag. Augenzeugen sprachen von einer gewaltigen Explosion.

Unter den mindestens 13 Toten des Anschlags sind auch ein olympischer Marathonläufer und der Leichtathletiktrainer Sri Lankas. Nahezu 100 Menschen wurden durch die Explosion mitten in der sportlichen Großveranstaltung verletzt. Armee und Regierung machten die Tamilenrebellen der LTTE für das Attentat verantwortlich.

Zweiter ermordeter Minister in diesem Jahr

Fernandopulle ist bereits das zweite Regierungsmitglied Sri Lankas, das in diesem Jahr durch einen Anschlag getötet wurde. Anfang Januar kam der Minister für Staatsaufbau Dassanayake durch ein Bombenattentat ebenfalls durch mutmaßliche Tamilenrebellen ums Leben.

Der einflussreiche und scharfzüngige Parteipolitiker und Minister Fernandopulle galt schon länger als mögliches Anschlagsziel, der Geheimdienst soll ihn gewarnt haben. Präsident Mahinda Rajapakse erklärte am Mittag, der Anschlag werde die Entschlossenheit nicht schwächen, den Terrorismus auszulöschen.

Erfolgreiche Offensive gegen tamilische Rebellen
Die Regierungsarmee verzeichnete seit Beginn einer Offensive gegen die Rebellen vor zwei Jahren deutliche militärische Erfolge. Im Osten der Insel gewann sie die Kontrolle zurück, im Norden fügte sie den Tamilentigern gerade in den vergangenen Wochen schwere Verluste zu. Außenminister Rohita Bogollagama sagte vor kurzem, die jüngsten Entwicklungen zeigten, “wie viel Fortschritt wir gemacht haben – an der Front im Osten ebenso wie im Norden”. Die Militäroperationen seien gezielt gegen die Tamilentiger und gegen Terroristen gerichtet. “Unser oberstes Ziel ist es, den Terrorismus zu zerstören, Demokratie und eine pluralisitische Gesellschaft wiederherzustellen.”

Mitte Januar hatte die srilankische Regierung den brüchigen Waffenstillstand nach sechs Jahren formal aufgekündigt und ihre Militäroffensive gegen die Tamilenrebellen im Norden verstärkt. Die LTTE reagierte mit einer ganzen Serie von Anschlägen, auch gegen zivile Ziele im mehrheitlich von Singhalesen bewohnten Zentrum und Süden Sri Lankas.

Die Rebellen kämpfen seit 25 Jahren für einen unabhängigen Staat der tamilischen Minderheit im Norden und Osten. Durch den Konflikt starben mehr als 70.000 Menschen. Die internationale Gemeinschaft warnte immer wieder vor einer Eskalation des Konflikts. Doch seit Abzug skandinavischer Waffenstillstandsbeobachter im Januar ist ihr Einfluss weiter gesunken.

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