Flüchtlingsdrama vor Malta
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71 Einwanderer ertrinken in schwerer See
Vor Malta sind vermutlich 71 illegale Einwanderer ertrunken, die aus Libyen nach Südeuropa gelangen wollten. Nach Angaben der acht Überlebenden schlug ihr Schlauchboot in starkem Wellengang voll Wasser und spülte die Menschen über Bord.
Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
Es ist eines der schlimmsten Unglücke, die es im Kanal von Sizilien je gegeben hat: 71 Menschen sind offenbar rund 70 Kilometer südlich von Malta ertrunken. Das berichtet die maltesische Polizei unter Berufung auf acht Überlebende, die von Fischern aus einem halbgesunkenen Schlauchboot gerettet wurden. In dem betroffenen Seegebiet herrscht derzeit sehr hoher Seegang. Das Boot schlug durch eine besonders starke Welle voll Wasser, die auch die 71 Menschen über Bord spülte. Unter den Opfern sollen nach Polizeiangaben auch vier schwangere Frauen und ein Kind sein.
Kaum Hoffnung für Überlebende
Die Flüchtlinge auf dem Boot stammen nach ersten Angaben aus Eritrea und dem Sudan, ihr Boot war in Libyen gestartet. Da viele Afrikaner nicht schwimmen können, ist wohl kaum damit zu rechnen, dass die Seenotretter noch Überlebende finden werden. Ein Sprecher des maltesischen Militärs sagte, die Wetterbedingungen seien sehr schlecht. Dies erschwere die Suche erheblich. Malta hat momentan mehrere Schnellboote und ein Suchflugzeug im Einsatz.
Die Boote der Schlepper, die illegale Einwanderer nach Europa bringen, sind in der Regel total überladen.
Weltatlas: Italien, Stand: 27.08.2008