Eröffnungsrede zur Vernissage – „Münsterland trifft Sri Lanka“ von Nina Wiengarten
Warme Sonnenstrahlen streicheln unsere Haut
Wir tauchen ein in türkisblaues Meer
Sanft wiegen uns die Wellen des indischen Ozeans
Saftiges Grün, frisch umringt es uns im tiefen Dschungel
Kräftiger Tee umschmeichelt unsere Gaumen
Lächelnde Menschen umwerben uns, verwöhnen uns zuvorkommend
Im Reisekatalog lacht sie uns an – die Perle des indischen Ozeans- Sri Lanka.
Liebe Gäste,
jeder Tourist darf auf Sri Lanka eintauchen in eine ganz besondere Welt. Eine Welt fernab des westlich-hektischen Trubels. Auch ich habe diese Seite Sri Lankas wahrhaftig kennen lernen dürfen. Vom August 2006 bis Februar 2007 absolvierte ich in Sri Lanka im Rahmen meines Studiums der Sozialen Arbeit ein halbjähriges Auslandssemester in Sozialeinrichtungen von katholischen Ordensschwestern.
Sri Lanka hat mich geprägt, in vielerlei Hinsicht- ich liebe ihn, diesen kleinen Tropfen unterhalb Indiens.
Doch da gibt es noch eine andere Seite, eine Seite die gerade in diesen Tagen deutlich zum Vorschein kommt, wenn man hinsieht, genau hinsieht. Wir bekommen nur wenig davon mit, in den Nachrichten kaum beachtet wird eine Wahrheit dieses Landes vor uns verborgen gehalten: Leben unter dem Existenzminimum, Währungsverfall, Hungersnot, Folter, Angst, Rassismus, über 500.000 Binnenflüchtlinge, Tod. Krieg seit 1982.
Sri Lanka ist nicht vornehmlich Touristentraum, Sri Lanka ist faktisch Bürgerkriegsland! In meiner Tätigkeit als Helferin in zahlreichen Projekten von Schwestern vom Guten Hirten auf Sri Lanka, habe ich die Ausmaße des Krieges auf verschiedenen Ebenen erfahren – indirekt und direkt. Menschen hungern, weil die Währung des Landes ihren Wert verliert, der Sack Reis aber so unerschwinglich wird, dass das tägliche Überleben ungesichert bleibt. Militärische Übergriffe schüchtern Menschen ein, reißen Familien entzwei, schaffen unsagbares Leid und Tod.
Ich selbst habe Familie Thadchanamoorthy in Sri Lanka betreut, die nach 14 Jahren während meines Aufenthalts abgeschoben wurde. Alle Kinder wurden in Warendorf geboren. Ohne gültige Papiere mit nur 100 Euro wurden sie ins Vergessen geflogen – von der Ausländerbehörde Warendorf. Nur durch unsere persönliche Betreuung konnte ihr Überleben bis jetzt gesichert werden, sie leben noch heute von Spendengeldern aus Deutschland in Angst vor den rassistischen Ausmaßen des Krieges, ohne menschenwürdige Lebensperspektive.
Doch auf lähmende Bedrückung, Resignation und Ohnmachtsgefühle kann etwas folgen. In all dieses Leben und Leid reichen die Ordensfrauen vom Guten Hirten ihre helfenden Hände. In fast 70 Einrichtungen versorgen sie vornehmlich Frauen und Familien auf verschiedenste Weise mit Nahrung, Bildung, Arbeit, Betreuung, Therapie und Traumaverarbeitung.
Diese Frauen sind stark, diese Frauen sind kreativ, diese Frauen sind wichtig für das Soziale auf Sri Lanka. Unser Sri Lanka Projekt der Aktion Kinderhilfe unterstützt die Arbeit der Schwestern vom Guten Hirten seit über 20 Jahren regelmäßig mit Erlösen aus Basaren, die im Pfarrheim St. Josef in Warendorf von Ehrenamtlichen durchgeführt werden.
Kreative Unterstützung erfahren wir in unserer Arbeit immer wieder durch engagierte Hilfe bei unseren Basaren, durch Spender und Menschen die sich mit ihren wunderbaren Fähigkeiten für mehr Lebenswürde in Sri Lanka einsetzen. Das lässt hoffen.
Zu diesen kreativen Helfern zählen auch Rosemarie Beckmann und Rolf Westhues, die den Erlös aus dem Verkauf ihrer aufwändigen Kunstwerke in unsere Hilfsfonds einfließen lassen.
Einladen möchte ich Sie auch, sich die Produkte aus einem von mir initiierten Handarbeitsprojekt in einer Betreuungseinrichtung der Schwestern von Guten Hirten anzuschauen, für die Gute Sache auch das ein oder andere zu erwerben, unsere Informationsbroschüre zur Projektarbeit mitzunehmen und sich ein paar srilankische Eindrücke auf unseren Fotoleinwänden zu gewinnen.
Wir möchten auch danke sagen: Dem Leiter der Landvolkshochschule Herrn Rücker und seinen Mitarbeitern, die dieses Ausstellungsprojekt möglich machten sowie Michael Lenz aus Sassenberg, der seine Fotografien über Sri Lanka mit ausstellt.
Liebe Rosemarie, lieber Rolf – wir freuen uns unsagbar, dass unserer Projektarbeit auf Sri Lanka durch eure kreative Motivation solch ideenreiche Unterstützung zu teil wird und wir hier heute gemeinsam im Zeichen von Menschenwürde, Verständnis und Mitmenschlichkeit in eure Bilderlandschaften eintauchen können.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen kreativen Abend!
Rosemarie Beckmann, Nina Wiengarten, Michael Lentz, Johannes K. Rücker und vorn
Mona Westhus und Lara Wiengarten


Am 18. Januar 2009 um 21:46 Uhr
Aktuelle Infos von http://www.geofluck.ch
Sonntag, 18. Januar 2009, 20.10 h Hoher Blutzoll für Zivilisten
Inneres: Die der LTTE nahe stehende Webseite Tamilnet berichtet, dass östlich der A9-Strasse Vavuniya-Jaffna durch Artilleriebeschuss der srilankischen Armee alleine von Samstag 17.00 h bis Sonntag 17.00 h mindestens 18 Zivilisten getötet wurden. Zudem seien alleine heute mindestens 42 verletzt worden. (TN) Im Distrikt Moneragala sind am Dienstag, Donnerstag und Samstag 3 junge Tamilen von Maskierten ermordet worden. (TN) Die Armee meldet weitere Erfolge – so habe man südöstlich von Puthukkudiyiruppu ein grösseres Lager der LTTE in Maruthampuvel erobert (59. Division) und sei südwestlich von Puthukkudiyiruppu bis zum Udayarkattu Tank vorgestossen (58. Division). Insgesamt 12 Rebellen seien tot geborgen und leichte MGs, über ein Dutzend T-56-Gewehre und eine Panzerfaust erbeutet worden. (SLA) In der Gegend der eroberten 6. LTTE-Flugpiste sei das Wrack eines mutmasslichen Trainingsflugzeuges gefunden worden. (SLA) In den Spitälern im Norden würden nun insgesamt 43 tote Rebellen liegen, die nicht übergeben werden könnten. (LP)
Armeechef Fonseka glaubt, dass nur noch 1′000 gut trainierte LTTE-Kämpfer der Armee gegenüberstehen. (PTI, il) Die Armee glaubt allerdings, dass LTTE-Chef Prabhakaran wahrscheinlich schon ausser Landes ist. (Reuters) Er wird entweder in der Region Penang (Malaysia), wo die LTTE wichtige Unterstützer habe, oder an der Küste von Tamil Nadu oder Kerala vermutet. (il) Der LTTE bleiben nur noch 40 km Küste von Mullaithivu bis Chundikulam Süd unter ihrer Kontrolle und sie sei von 3 Seiten eingekreist. Eine Flucht sei nur übers Meer möglich, schreibt die BBC. (BBC Südasien) Der abtrünnige LTTE-Mann Pillayan meint, dass ein grosser Teil des Gebietes um Puthukkudiyiruppu bereits unter Armeekontrolle sei. (il) Auf tamilischen Webseiten werden nicht explodierte Fliegerbomben gezeigt, sogenannte Cluster-Bomben, die unter Zivilisten schwere Verletzungen verursachen würden. (TN, win) Eine singhalesische Webseite spekuliert, dass die LTTE mit einer aus dem 2. Weltkrieg stammenden konventionellen Kriegstaktik mit L-förmigen Verteidigungsanlagen gescheitert ist. Sie werde zu Hit & Run-Taktiken zurückgreifen. (Lanka Guardian, il) Dies wird durch 2 Anschläge bestätigt: So ist am Wochenende ein Sekretär von Pillayan, dem Chefminister der Ostprovinz, ermordet worden und in der Region Muthur, südlich der Stadt Trincomalee im gleichnamigen Distrikt sind angeblich 3 Milizionäre der Regierung an einem Kontrollpunkt erschossen worden. (TN)
Die srilankische Regierung plant angeblich innerhalb der nächsten 6 Monate Lokalwahlen im Jaffna Distrikt. (win)
Für Aufregung sorgte am Samstageine Flucht von 3 LTT-Verdächtigen aus dem Gefängnis von Anuradhapura. Diese konnten nach einigen Stunden am Sonntag wieder verhaftet werden. (Island, il, LP)
Äusseres: Der japanische Friedensgesandte Akashi wird am Mittwoch, 21. Januar, zu Gesprächen in Colombo erwartet. (LP) Indien betont, dass einzig eine politische Lösung den ethnischen Konflikt auf Sri Lanka beenden werde. (win)
Militärische Entwicklung: 31 tote LTTE-Leute + Muthuiayankaddukulam Tank unter Armeekontrolle unter Armeekontrolle
Kilinochchi/ Mullaithivu: Die srilankische Luftwaffe hat am Samstag, 12.165 h LTTE-Gruppen südlich von Chundikulam beschossen.. (SLA) Nordöstlich des Iranamadu Tank habe die Armee (57. Division) den Ort Ramanathapuram erobert und bringe ein 20 km² grosses Gebiet so unter Kontrolle. Sie stehe nun südlich von Vaddakkachchi, wo es heftige Gefechte gab. (SLA) Heute um 14.00 h wurden durch MI-24-Helikopter LTTE-Artillerie-Positionen 8 km nordöstlich des Iranamadu Tank bombardiert. (SLA) Die Armee gibt für Freitag bei Tharmapuram 7 tote Soldaten zu. (BBC) Die 58. Division kämpfte am Samstag bei Tharmapuram -Ost und Puliyanpokkarai sowie westlich von Udayarkattukulam und bei Kandavalai. Man habe am Samstag 4 tote Rebellen geborgen. (SLA)
Mullaithivu:: Die die Task Force II hat am Samstag Morgen nach eigenen Angaben das ganze Gebiet um den Muthuiayankaddukulam Tank erobert. 19 Rebellen seien gefallen und man habe 2 leichte MGs, 6 T-56-Gewehre und eine Panzerfaust erbeutet. (SLA) Am Sonntag beschoss die srilankische Luftwaffe Verteidigungsstellungen der LTTE 4 km südlich von Mullaithivu. (SLA) Südöstlich von Puthukkudiyiruppu sei ein schwer befestigtes Lager der LTTE in Maruthampuvel von der Armee (59. Division) erobert worden. Es hätte ein grosses und 6 kleinere Gebäude gehabt und sei von mehreren Bunkern geschützt gewesen. Bei den Kämpfen seien 8 Rebellen getötet und ein leichtes MG sowie 16 T-56-Gewehre erbeutet worden. (SLA) Man habe auch eine Bootswerft entdeckt, wo es mehrere Kampfboote gab. (SLA)
Trincomalee: Am Sonntag (oder Samstag? – geoflueck) griff ein LTTE-Kommando um 19.30 h in Mallaikaithivu einen Kontrollpunkt südlich von Muthur an und tötete nach eigenen Angaben 3 Regierungsmilizionäre sowie verletzte einen Weiteren. (TN)
Batticaloa: Ein Sekretär von Pillayan ist in Sinnathurai, Batticaloa, ermordet worden. Nähere Angaben fehlen noch. (LP) In Eravur wurde Freitag Abend 16 km nördlich von Batticaloa ein muslimischer Geschäftsmann erschossen. (TN)
Moneragala: Nachdem schon am Dienstag in Kumarakalla und am Donnerstag in Kumbukkan ein junger tamilischer Mann ermordet worden war, so ist in der Nacht von Freitag auf Samstag ein dritter tamilischer junger Mann ermordet worden. Immer waren die Täter maskiert und kamen auf Motorrädern. (TN)
Samstag, 17. Januar 2009, 16.15 h Armee trifft auf erbitterten Widerstand + Prabhakaran ausser Landes?
Inneres: Die Webseite Asian Tribune /Asian Times behauptet, dass LTTE-Chef Vellupillai Prabhakaran bereits aus Mullaithivu geflohen sei und den Kampf der LTTE von ausserhalb koordiniere. (AT, il) Die Armee will die LTTE bis zum März vernichtet haben. Die srilankische Regierung und Armeeführer warnen vor LTTE-Infiltration in regierungskontrollierte Gebiete. (il) Bei Dharmapuram bzw. Tharmapuram ist es am Freitag zu heftigen Gefechten gekommen. Während die Armee behauptete, einige Soldaten seien verletzt, spricht die LTTE von 51 toten Soldaten und 150 Verletzten. (SLA, TN) Zudem wurden 5 Zivilisten in Frontnähe durch Armeebeschuss getötet. (TN) Die Armee sagt, die 59. Division und die Task Force II hätten südlich von Puthukkudiyiruppu 5 tote Rebellen geborgen. (SLA)
Gotabhaya Rajapakse behauptet, dass der private Sender Sirirasa den Angriff von Bewaffneten auf die Studios selber inszeniert habe… (il)
Äusseres: Die UNO ruft zu einer Schonung der Zivilisten im Kriegsgebiet auf, ist besorgt über die humanitäre Situation und ruft die LTTE auf, Zivilisten gehen zu lassen. (CP) Das ICRC konnte einen humanitären Korridor erwirken, um Hilfe zu bringen. Auch soll es sich um einen gefangen genommenen singhalesischen Soldaten kümmern, der verletzt worden ist. (CP) Indien hat Sri Lanka die volle Unterstützung im Kampf gegen Terror zugesagt. (CP) Im Osten von Sri Lanka ist es im Batticaloa Distrikt nach dem muslimischen Freitagsgebet zu Solidaritätsdemonstrationen mit den Palästinenser im Gaza-Streifen gekommen. (il)