Blutbad unter Zivilisten im Rebellengebiet durch Armeeangriffe

Grauen pur…bitte beachten Sie besonders den Kommentar.
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Montag, 26. Januar 2009, 21.40 h Blutbad unter Zivilisten im Rebellengebiet durch Armeeangriffe + Dengue-Gefahr im Süden
Inneres: Die srilankische Armee hat heute nach offiziellen Angaben des zuständigen Gesundheitsbeamten für Mullaithivu über 1′000 Granaten auf die Gegend mit Behelfsspitälern von Udayarkattu und Nattangadal abgefeuert und ein Blutbad angerichtet. Bisher wurden offiziell 27 tote Zivilisten und 76 verletzte Zivilisten bestätigt. (BBC) Aber Tamilnet spricht von über 300 getöteten Zivilisten in den 24 Stunden von Sonntag auf Montag Abend. Hunderte seien verletzt. Die Leichen würden auf den Strassen herumliegen und könnten wegen andauerndem Beschuss durch die srilankische Artillerie nicht geborgen werden. (TN) Die im Rebellengebiet arbeitenden Helfer rufen die internationale Gemeinschaft dringend zu medizinischer Nothilfe auf. Die Lage der tamilischen Zivilisten wird als katastrophal bezeichnet. (TN, BBC)
Kommentar: Wenn Israels Armee im Gaza-Streifen Zivilisten tötet, dann sehen wir die Bilder auf allen Kanälen – mit den toten Kindern und Frauen. Die palästinensischen Journalisten haben reiche und mächtige Freunde. Und bei Sri Lanka und dem Krieg gegen die Rebellen? Wer zeigt hier die Realität? Eher werden Bilder des Militärs gezeigt, wie sie wieder einen ihrer Siege zelebrieren. Die srilankische Armee nimmt keinerlei Rücksicht auf Zivilisten. Warum? Die Wahrheit ist, dass sie diese Zivilisten als Anhänger oder Sympathisanten der LTTE sieht, weil sie nicht weggezogen sind in Gebiete, die von der Regierung kontrolliert werden. Deshalb spielt es für sie keine Rolle, wie viele Zivilisten bei ihren Angriffen umkommen. Sie zählen auf das Schweigen der Weltöffentlichkeit und tun das Ihre mit einer unerbittlichen Zensur dazu. Da die Weltöffentlichkeit in ihrer heuchlerischen Haltung weg schaut und einseitig der srilankischen Regierungspropaganda folgt. Aber die Wahrheit sieht man nur, wenn man beide Seiten anhört und deren Argumente und Beweise abwägt. Das ist aber anstrengender, als sich einfach von Regierungsmedien bedienen zu lassen. Wo bleiben die kritischen Journalisten? Wo sind die Wahrheitssucher? In Sri Lanka bezahlen mutige Journalisten mit ihrem Tod. Im Westen ziehen manche Komfortferien, einseitige Informationsquellen und bezahlte Presseanlässe vor. Und die Politiker orientieren sich an Kriegen, bei denen sie sich profilieren und Wählerstimmen holen können. Ein Lob all den mutigen Menschen, die jetzt den Zivilisten im Kriegsgebiet beistehen. Ein Lob für die Arbeit des ICRC in Sri Lanka. Und die Regierungen der westlichen Länder, die sich so sehr für die Palästinenser im Gaza-Streifen einsetzten – wo ist ihre Stimme anlässlich der humanitären Katastrophe in Sri Lanka? Wo ist die Stimme der Schweiz und Deutschlands? Die Steuern von den Tamilen nehmen sie gerne – was tun sie aber jetzt für sie? Ich bin hier in der Schweiz nur ein einsamer Rufer, der in die Nacht hinaus schreit.
Die Armee sagt, sie habe Mullaithivu ganz erobert. 7 Armeedivisionen mit rund 50′000 Soldaten greifen nun ein 300 km² grosses Restgebiet unter Rebellenkontrolle an. Besonders das Gebiet östlich von Tharmapuram um Visvamadu und bei Udayarkattu ist im Visier der Militärs. (SLA) Der Rebellenchef Prabhakaran soll sich laut dem politischen Chef der LTTE, Nadesan, noch in den Dschungeln von Mullaithivu in Sri Lanka aufhalten. Die LTTE werde weiter kämpfen, bis das tamilische Volk „in Freiheit und Würde selbstbestimmt“ leben könne. In scharfen Worten werden die Angriffe auf die Zivilbevölkerung verurteilt. (BBC)
In Colombo haben Hunderte von Medienschaffenden für eine Aufklärung des jüngsten Angriffes auf den Rvira Journalisten Thennakoon demonstriert. (CP) Die Parlamente in den Provinzen Western und Uva sollen in Kürze von der Zentralregierung aufgelöst und dann Neuwahlen abgehalten werden. (CP) Das Gesundheitsministerium von Sri Lanka warnt vor einer sich ausbreitenden Dengue-Epidemie. Bereits sollen im Bereich der Hauptstadt Colombo 79 Fälle und in Modera 30 Fälle gezählt worden sein. (LP, il)
Äusseres: Am Sonntag versprach der japanische Sondergesandte Akashi Sri Lanka ein Hilfspaket von 4.5 Milliarden $ für die Entwicklung der Ostprovinz. (il, LP) Im Parlament von Malaysia gab es kritische Stimmen zu Sri Lanka bezüglich der Lage von tamilischen Zivilisten. (win)
Wirtschaft: In Colombo stieg der Börsenindex um 3.16% und steht auf 1′818.06 Punkten. Das ist der höchste Stand seit 23. November 2008. Grund ist die Eroberung von Mullaithivu und die Hoffnung auf ein Ende des Bürgerkrieges. In Bombay ist die Börse wegen dem indischen Nationalfeiertag geschlossen , der Nikkei schloss heute um 0.81 % tiefer und die Börse in Hongkong schloss um 0.63% tiefer . (BBC, Reuters)

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