Infostand von Amnesty am 7. Februar in Warendorf

Kreis Warendorf. Am Samstag, dem 7. Februar wird die Amnesty Gruppe Warendorf von 10.00 bis 15.00 Uhr zusammen mit tamilischen Mitbürgern in Warendorf vor der Sparkasse in der Münsterstraße einen Informationsstand zur Situation in Sri Lanka anbieten. Ebenfalls wird es zwei Unterschriftenaktionen zur Bürgerkriegssituation geben. Eine Briefaktion richtet sich an den Präsidenten von Sri Lanka, die andere Unterschriftenaktion an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Weiterhin wird es auch Informationen zur lebensbedrohenden Situation der Familie Thadchanamoorthy geben, die enorm unter dem täglich mehr eskalierenden Bürgerkrieg leidet. In den letzten Wochen eskalierte der Bürgerkrieg in Sri Lanka, der seit den 80er-Jahren schon mehr als 70.000 Menschen das Leben gekostet hat. Die Amnesty-Gruppe Warendorf weiß: „Unschuldige tamilische Zivilisten zahlen einen hohen Preis für diesen totalen Krieg, in dem sie häufiger zu Geiseln der Konfliktparteien werden.“ Laufende Informationen zur Bürgerkriegssituation können interessierte Bürgerinnen und Bürger auf den Seiten www.geoflueck.ch und finden.

4 Reaktionen zu “Infostand von Amnesty am 7. Februar in Warendorf”

  1. Team von Abgeschoben-waf

    Samstag, 7. Februar 2009, 11.10 h newsflash ICRC bestätigt Angriff + über 1′000 Soldaten im Februar tot?

    Inneres: Das Hauptquartier des ICRC an der Layards Road in Colombo wurde angegriffen von Demonstranten, das bestätigt auch das ICRC selber. Die srilankische Regierung habe das ICRC kritisiert, weil es mit der Bestellung von 35′000 Leichensäcken Panik verbreitet habe. Das ICRC sagt, es habe weit weniger Säcke bestellt. (BBC) Möglicherweise ist das ICRC Ziel einer gezielten Desinformationskampagne. (geoflueck) Die Rebellen behaupten, seit 1. Februar 2009 über 1′000 Soldaten getötet zu haben, vor allem bei Puthukkudiyiruppu, bei Mannakandal und Keappaapulavu. Sie operiert aus dem Dschungel heraus. In einem Fall habe man zu Wochenbeginn ein grosses Waffenlager der Armee eingenommen und Hunderte von Gewehren sowie über 20 Mörser erbeutet. LTTE-Kommandos würden hinter den feindlichen Linien operieren und den Nachschub der Armee treffen. (TN) Die Armee sagt, die LTTE kontrolliere noch 172 km² . (SLA)

    Freitag, 6. Februar 2009, 17.10 h, Angriff auf ICRC-Hauptquartier in Colombo + Indien erhöht Druck auf Kriegsparteien

    Inneres: Das Hauptquartier des ICRC an der Layards Road in Colombo wurde heute Freitag von rund 200 Demonstranten mit Steinen angegriffen. Dabei gab es vor allem an den Fenstern Schäden. Zuvor hatte der nationalistische NFF-Chef Weerawansa die Ausweisung von ICRC-Chef Paul Castella gefordert. (CP, TN) In Colombo wurden auch 120 Tamilen seit gestern verhaftet. (TN)

    Die srilankische Armee (55. Division) berichtet, dass sie den Seatiger-Stützpunkt Chalai erobert und nach eigenen Angaben fünf ranghohe LTTE-Führer sowie 12 weitere Rebellen getötet habe. Der Rebell Vinayagam alias MKE-4 sei der dritthöchste in der Hierarchie der Seatiger gewesen. (SLA) Die Armee habe weitere Gebiete im Osten von Visvamadu erobert und die LTTE kontrolliere nun weniger als 200 km² Territorium. (SLA) Alleine am Donnerstag sollen auf die „safe zone“ bei Chuthanthirapuram 6000 Geschosse abgefeuert worden sein. 2 Zivilisten von 16 Toten wiesen Schussverletzungen auf. (TN)

    Äusseres: Indien hat den Druck auf die Kriegsparteien erhöht. Angeblich habe Indien die srilankische Regierung überredet, die Offensive einzustellen, aber von der LTTE sei keine Antwort gekommen. (HT) Laut Times of India hat die indische Regierung die LTTE aufgefordert, die Waffen niederzulegen und Verhandlungen anzufangen. Aber auch die srilankische Armee sollte ihre militärische Offensive stoppen. Der Homeminister Chidambaram äusserte „tiefe Besorgnis“ über die hohen Verluste an Menschenleben in Sri Lanka. (TOI) In Grossbritannien kritisierte erstmals ein Minister, Rummell, die srilankische Regierung. (TN) Auch Kanada äussert sich und will einen Waffenstillstand. (BBC)

    Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex am Donnerstag auf 1′755.50 Punkten um 2.31 % tiefer. Der Sensex in Bombay gewann am heutigen Freitag 2.31% und schloss auf 9′300.86 Punkten. Die Börse in Japan gewann heute 1.61% und in Hongkong gab es ein Plus von 3.61%. Der Dow Jones ist ebenfalls im Plus mit rund 1.5%. (BBC) Die Rupie steht heute auf 113.83 pro US $ fast unverändert.(www.oanda.com )

    Donnerstag, 5. Februar 2009, 11.30 h, 12.20 h Sri Lanka will keine Verhandlungen und keinen Waffenstillstand, nur Kapitulation
    Spital evakuiert + ausländische Medien berichten ausführlich über Sri Lanka

    Inneres: Die srilankische Regierung, bzw. in deren Namen Gotbhaya Rajapakse, der Präsidentenbruder, lehnt die Aufrufe zu einem Waffenstillstand kategorisch ab. Die LTTE würde sich nur neu formieren und Suizid- Anschläge gegen die Armee vorbereiten. Die LTTE müsse bedingungslos kapitulieren. Auch gebe es keine Amnestie für die Führungsleute der LTTE. Allenfalls untergeordnete Kader würden durch Programme wieder in die srilankische Gesellschaft integriert. (BBC) Das Verteidigungsministerium hat auch Berichte über den Einsatz von Streubomben zurückgewiesen. (MOD) Derweil sollen heute Donnerstag Artilleriegranaten der srilankischen Armee in der Umgebung des Spitals von Udayarkattu 7 Zivilisten getötet und 28 verletzt haben. Die Spitalapotheke und zwei Ambulanzfahrzeuge seien zerstört worden. Das Behelfsspital liege in der „safe zone“ (TN)

    Laut BBC wurde am Mittwoch das Spital von Puthukkudiyiruppu mit 300 Patienten und 20 Personen Belegschaft nach Nordosten in den Ort Puttumatalan verlegt. (BBC) Hilfswerksvertreter gaben am Mittwoch die Zahl der getöteten Zivilisten im Umkreis des Spitals mit 14 an, dazu kommen 10 Verletzte. (sda, SF1) Die meisten der 52 zivilen Opfer vom Dienstag Abend starben bei Suranthapuram. Das Gebiet wurde auch am Mittwoch von der srilankischen Artillerie beschossen. (il) In Medawachchiya, Vavuniya, wurden drei Parlamentarier der Opposition (TNA, UNP) während über 3 Stunden an einem Kontrollpunkt aufgehalten, da sie angeblich nicht die Papiere gehabt hätten, nach Mannar zu reisen… (CP) Am Unabhängigkeitstag vom gestrigen 4. Februar meinte Präsident Rajapakse, alle Exiltamilen könnten nach Sri Lanka zurück kommen und die Tamilen würden gleichberechtigt sein. (CP, il) Auch wurden 2′545 Häftlinge durch eine Amnestie der Regierung freigelassen. (CP)

    Äusseres: Indien hat auf Ersuchen des Chefministers von Tamil Nadu acht srilankische Luftwaffenangehörige wieder nach Sri Lanka zurückgeschickt. (Hindu) Während das offizielle Indien sich zurückhält, machen indische Rechtsanwälte offenbar Druck. Vielerorts wird gefordert, Indien müsse einen Waffenstillstand erwirken. (TN) Auch Kanada fordert einen solchen Waffenstillstand. (il, AP) Australien will dem ICRC, der UNO und NGOs 5 Mio $ für humanitäre Hilfe im Nordosten zur Verfügung stellen. (CP)

    In der Schweizer Presse und in verschiedenen Fernsehsendern wurde ausführlich über die Demonstration von rund 10′000 Tamilen vor dem europäischen UNO-Sitz in Genf und die Situation im Nordosten von Sri Lanka berichtet. Auch wurden teilweise Bilder von zivilen Opfern und von Gräueltaten gezeigt, die überwiegend der srilankischen Armee zur Last gelegt werden. Die Demonstranten verlangten ein Eingreifen der UNO. Das Schweizer Fernsehen zeigt auch Bilder der Militärparade und von Präsident Rajapakse zu den Unabhängigkeitsfeiern. (SF, TSR, DRS 1, BaZ, NZZ) Demonstriert wurde aber auch in Australien (5′000 Teilnehmer), Paris (10′000 Teilnehmer) und Berlin (5′000 Teilnehmer) (TSR, TN, BBC) Das Asian Centre für Human Rights mit Hauptsitz in Delhi, Indien, kritisierte die srilankische Regierung wegen der Situation im Nordosten scharf. (TN)

    Kommentar: Auf die Frage, warum die Zivilisten der LTTE nicht davonlaufen, wurde mir immer wieder gesagt, dass die Frauen Angst hätten vor Übergriffen der Sicherheitskräften und junge Männer vor Verschwinden. Zudem müsste man Jahre in Lagern verbringen, wo man noch mehr in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt sei als jetzt. Ohne internationale Überwachung werden die meisten Jungen kaum freiwillig in regierungskontrollierte Gebiete überlaufen. Es fehlt schlicht am Vertrauen der tamilischen Zivilbevölkerung in die Sicherheitsorgane des srilankischen Staates. Darum plädiere ich für eine kleine UN-Schutzzone, welche die Rebellen der LTTE räumen müssten und die nicht von der Armee, sondern von neutralen internationalen UN- Beobachtern kontrolliert würde, die dort auch Polizeifunktionen ausüben würde.

    Wirtschaft: Die Rupie stand am Mittwoch auf 146.65 Rupien pro Euro 3 Rupien schwächer als am Wochenende , mit 98.39 Rupien pro Schweizer Franken 2 Rupien schwächer, und auf 113.814 pro US $ 2,5 Rupien schwächer.(www.oanda.com ) Die Vorgaben auf den asiatischen Märkten sind heute negativ. (Reuters)

    Militärische Entwicklung: Heftige Kämpfe gehen weiter

    Kilinochchi/ Mullaithivu: Die Armee berichtet, dass die srilankische Luftwaffe einen Grossangriff der LTTE nördlich der Stadt Mullaithivu durch Luftangriffe am Mittwoch verhindert habe. (SLA) Am Dienstag habe die 58. Division bei Mullaithivu ein grosses Lager der Black Tiger eingenommen, mit vielen Trainingseinrichtungen. (SLA)

  2. Team von Abgeschoben-waf

    Kommentar: Die Initiative der Co-Chairs ist blauäugig und zeigt von wenig Verständnis der Situation in Sri Lanka. Die srilankische Regierung hatte mehrmals klar gemacht, dass sie die Führungsriege der LTTE verhaften und aburteilen will. Unter diesen Voraussetzungen kann eine Kapitulation der LTTE nicht erwartet werden. Viel eher wird sie zum Guerillakampf und zu überraschenden Terror-Anschlägen zurückkehren. Da ist die Initiative der Aussenminister der USA und von Grossbritannien wesentlich realistischer. Einen Waffenstillstand fordern auch die Tamilen in Sri Lanka, in Tamil Nadu und in der Diaspora. Ich schlage nach wie vor eine kleine neutrale, demilitarisierte UN-Schutzzone für Zivilisten vor, die international überwacht und von einem kleinen UN-Kontingent geschützt würde..Das Problem ist, dass die srilankische Regierung ohne Rücksicht auf Verluste unter tamilischen Zivilisten einen Endsieg gegen die LTTE will. Da bringen Aufrufe wenig – was es braucht, ist eine klare Linie – Stopp dem Töten und Schutz von unschuldigen Zivilisten unter internationaler Überwachung -des UN-Sicherheitsrats.
    Zumindest in der Schweiz, aber auch durch CNN und BBC, wird nun in den Medien über das Leiden der tamilischen Zivilbevölkerung im Nordosten von Sri Lanka ausführlich berichtet. Ich nehme meine Kritik vom Montag letzter Woche zurück und danke den Journalisten für diese Berichterstattung -denn Schweigen tötet. Es braucht ein internationales Machtwort zugunsten der Humanität.

  3. Team von Abgeschoben-waf

    http://www.tagesschau.de/multimedia/audio/audio33568.html

    Wenn Sie diesen Link eingeben, können Sie ein interessantes Interview zur Situation in Sri Lanka hören.

  4. Team von Abgeschoben-waf

    Infos von http://www.geoflueck.ch

    Sonntag, 8. Februar 2009, update 17.00 h Wieder tote Zivilisten + Russlands Veto + Mukherjees Mahnung

    Inneres: Das Leiden der tamilischen Bevölkerung geht weiter. So wurde nach Angabe der LTTE-nahen Webseite Tamilnet am Freitag das Ponnambalam Spital in Puthukkudiyiruppu bombardiert. 61 Patienten seien getötet worden. (TN) Am Freitag (59 Tote) und Samstag (62 Tote) seien die Gebiete von Udayarkattu, Chuthanthirapuram, Iruddumadu und Thevepuram unter schwerem srilankischen Artilleriefeuer gestanden und 121 Zivilisten getötet worden. (TN) Inzwischen sollen in den letzten 4 Tagen rund 14′000 tamilische Zivilisten aus dem Kampfgebiet geflohen sein, berichtet Reuters, während auf BBC von 10′000 Flüchtlingen, darunter 2′800 Kindern und 3′000 Frauen die Rede ist. Die Armeewebseite selber berichtet von über 11′400 geflohenen Zivilisten. Noch immer gebe es über 200′000 Zivilisten in der Kampfzone. (Reuters, BBC, CP, SLA)

    Äusseres: Russland hat am Donnerstag, 5. Februar 2009, im UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto einen Vorstoss von Mexiko blockiert, der eine Diskussion zu den Vorkommnissen in Sri Lanka im Rahmen des UN-Sicherheitsrates forderte. (il, Sunday Times) Ein Diplomat von Grossbritannien lehnte einen Vergleich von Sri Lanka mit Sudan ab – die LTTE sei eine Terror-Organisation. (TN) Der indische Aussenminister Mukherjee betonte ebenfalls seine Distanz zur in Indien verbotenen LTTE, aber mahnte die srilankischen Sicherheitskräfte, sie müssten bei ihren Aktionen Zivilisten von der LTTE unterscheiden, wenn sie militärisch vorgingen. Insbesondere forderte er die srilankischen Streitkräfte auf, nicht in die „safe zone“ zu feuern. (CP) Gotabhaya Rajapakse kritisiert, die internationalen Medien und Hilfsorganisationen seien von Agenten der LTTE manipuliert und infiltriert. (CP). In dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu haben sich aus Protest gegen das Schicksal der Tamilen in Sri Lanka schon 3 Tamilen selber verbrannt und in Malaysia ist es einer, der am Freitag den US-Präsident Obama aufrief, wegen der Situation in Sri Lanka zu intervenieren. (TN)

    In den Wochenendausgaben der Zeitungen und teilweise im Fernsehen, Radio und in Internetforen, hat die westliche Welt auf die Situation der Zivilisten in der Region Mullaithivu reagiert. Auch der Angriff auf das ICRC-Büro in Sri Lanka hat Sri Lanka einen schweren Image-Schaden gebracht. Die Tamilen müssen gar nicht auf die Strasse gehen, wenn singhalesische Extremisten den ICRC-Hauptsitz in Colombo mit Steinen bewerfen (NZZ am Sonntag: „ein mit Steinen bewaffneter Mob“) – so demontiert sich Sri Lanka selber, da Gewalt gegen eine international hoch geachtete Organisation zugelassen wurde. In welchen Ländern wäre so etwas noch möglich ? In fast allen Publikationen wird die srilankische Regierung an den Pranger gestellt. Die NZZ am Sonntag titelt: „Siegesrausch ohne Sieger“, nachdem schon ein anderer Journalist in der Samstagausgabe der NZZ in einem Leitartikel unter dem Titel „Gewalt und Gegengewalt in Sri Lanka“ von einem „blutigen Frieden“ sprach, sollte die Armee auf dem Feld die LTTE in ihrer konventionellen Form bezwingen. Eine „Partisanen-Taktik“ wird vorausgesagt. Als warnendes Beispiel wird der angeblich befreite Osten aufgeführt. (NZZ, NZZ am Sonntag, geoflueck)

    Während das EU-Parlament die LTTE wegen der Rekrutierung von Minderjährigen verurteilt, forderte es am Donnerstag auch die Entsendung von internationalen Beobachtern nach Sri Lanka. (AFP) In den USA hat der Rechtsberater einer tamilischen Menschenrechtsorganisation, Bruce Fein, namentlich den srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse und den starken Mann im Verteidigungsministerium, Gotabhaya Rajapkse beim US-Justizministerium und bei der Staatsanwaltschaft des Völkermordes, der Folter und Kriegsverbrechen angeklagt. (TN)

    Wirtschaft: In Colombo lag der Börsenindex am Freitag auf 1′762.10 Punkten um 0.38 % höher. Der Sensex in Bombay gewann am Freitag 2.31% und schloss auf 9′300.86 Punkten.(BBC) Die Rupie steht heute auf 113.87 pro US $ fast unverändert.Ein Euro: 147,3 Rupien, ein Schweizer Franken: 98 Rupien. (www.oanda.com )

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