Waffenstillstandsangebot in Sri Lanka zurückgewiesen

Die Armee Sri Lankas hat einen einseitig von den LTTE-Rebellen verkündeten Waffenstillstand zurückgewiesen. Die Kämpfer der Separatistenorganisation stünden kurz vor einer kompletten Niederlage, sagte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Gotabhaya Rajapakse, einem indischen Fernsehsender. Vielmehr müsse die LTTE alle im Kampfgebiet festgehaltenen Zivilisten freilassen und bedingungslos die Waffen niederlegen. Kurz zuvor hatte die Rebellengruppe, die im Nordosten der Insel von der Armee auf einen kleinen Küstenstreifen zurückgedrängt wurde, eine einseitige Waffenruhe verkündet. Sie begründete dies mit der “humanitären Katastrophe” in dem Gebiet und beschuldigte die sri-lankischen Streitkräfte, unter Missachtung internationalen Rechts Zivilisten anzugreifen. Zudem würden absichtlich Lebensmittel und Medikamente zurückgehalten. UNO beklagt Leid der Zivilbevölkerung

Unterdessen ist der UN-Nothilfekoordinator John Holmes auf der Insel eingetroffen. Bei Gesprächen mit Regierungsvertretern in Colombo forderte er von beiden Konfliktparteien eine Waffenruhe, damit Hilfsorganisationen die im Kampfgebiet festsitzenden Zivilisten versorgen könnten. Der UN-Botschafter sagte, die Zivilbevölkerung sei in besonders hohem Ausmaß von den Kämpfen betroffen – es gebe viele Tote und Verletzte, dazu komme ein Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Nach Schätzungen der UNO wurden in den vergangenen drei Monaten fast 6500 Zivilpersonen während der Regierungsoffensive gegen die Rebellen getötet. Zudem flohen bereits mehr als 100.000 Menschen aus dem Kampfgebiet, weitere 50.000 sind dort nach UN-Schätzungen aber noch eingeschlossen. Die sri-lankischen Streitkräfte werfen den LTTE-Rebellen vor, die Zivilisten als “menschliche Schutzschilde” zu missbrauchen.

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