Flüchtlingslager hinter Stacheldraht

Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka
Flüchtlingslager hinter Stacheldraht

Der blutige Bürgerkrieg in Sri Lanka ist zu Ende, doch das Leid der Flüchtlinge hält an. Sie leben zusammengepfercht in Lagern und werden nur notdürftig versorgt, Krankheiten breiten sich aus. Und der Konflikt zwischen Singalesen und Tamilen ist keineswegs gelöst.

Von Carsten Vick, ARD-Hörfunkstudio Neu Delhi

Es sind Flüchtlingslager hinter Stacheldraht. Zigtausende Zivilisten sind geflohen aus dem Norden und Nordosten des Landes, raus aus der Belagerung, weg von den blutigen Kämpfen zwischen Regierung und Tamilen-Rebellen. Jetzt warten sie auf Hilfe und Versorgung, doch die kommt kaum an.

Das Flüchtlingslager Menikfam Vanni im Norden von Sri Lanka.
Ein Sprecher der deutschen Caritas beschrieb die Situation als “Gefängnis unter freiem Himmel”. Das Militär überwache die Menschen, Kontakte nach außen seien so gut wie verboten. Gordon Weiss, Sprecher der Vereinten Nationen, zeigt zum Teil Verständnis für das Vorgehen des sri-lankischen Militärs: “Die Regierung hat legitime Sicherheitsbedenken, dass sich unter den Flüchtlingen noch Rebellen befinden, die noch nicht durchsucht sind und ihre Waffen heraus schmuggeln könnten.” Aber es sei auch Aufgabe der Vereinten Nationen, jenen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, die sie benötigen. Krankheiten breiten sich aus.

Und dass die Vertriebenen diese Hilfe dringend benötigen, steht außer Frage. Laut Angaben des Deutschen Roten Kreuz soll es Tausende Fälle von Hepatitis und Windpocken geben, vereinzelt sei auch bereits Typhus ausgebrochen. Ein Sprecher berichtet, die Menschen litten an Mangelernährung und hätte zu wenig zu trinken. Auch die medizinische Versorgung sei mangelhaft. Viele Flüchtlinge hätten Schuss- oder Splitterverletzungen, die nur notdürftig versorgt werden könnten. Alle internationalen Hilfsdienste fordern inzwischen dringend den ungehinderten Zugang zu den notleidenden Menschen. Rückkehr in 180 Tagen?

Tamilische Flüchtlinge in einem Flüchtlingslager.
Eine gemeinsame Erklärung der sri-lankischen und indischen Regierung macht zumindest etwas Hoffnung für die Zukunft. So betont ein indischer Sicherheitsbeamter: “Die sri-lankische Regierung hat angekündigt, dass es ihre Absicht ist, die Flüchtlingscamps so früh wie möglich zu schließen.” Zudem hätte diese auch einen 180-Tage-Plan entworfen, um die Menschen wieder zurück in ihre Heimat zu lassen.Journalisten dürfen nicht in die Flüchtlingslager.

Was aus dieser Ankündigung wird und wie ernst sie gemeint ist, kann derzeit niemand sagen. Noch ist es Beobachtern und auch Journalisten nicht erlaubt, in die Flüchtlingscamps zu reisen und mit Betroffenen zu sprechen. Und wenn die Vertriebenen in einem halben Jahr tatsächlich zurückkehren könnten, dann sind es vermutlich zerstörte Häuser und verminte Landstriche, die sie in ihrer Heimat vorfinden.

Bis es so weit ist, soll in der Hauptstadt Colombo an einer politischen Lösung gearbeitet werden. Der Bürgerkrieg ist zwar beendet, doch der ethnische Konflikt zwischen Singalesen und Tamilen ist keineswegs gelöst. Für eine Lösung braucht es auch Zugeständnisse der sri-lankischen Regierung.Der Sozialminister des Landes, Douglas Devanadra, war früher selbst Tamilen-Rebell und ist heute Regierungsmitglied. Er betont, dass es in den vergangenen 20 Jahren zwei Probleme gab: “Das eine war die LTTE, ein Terror-Problem. Und das andere ist, dass die tamilische Bevölkerung ein echtes politisches Anliegen hat.” Und dies könne die Regierung nun auch politisch lösen. Wie ernst solche Ankündigungen zu nehmen sind und wie gewaltbereit überlebende Tamilen-Rebellen noch sind, das sind die großen Unbekannten in diesem Konflikt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will sich nun persönlich ein Bild von der Lage in Sri Lanka verschaffen. Die Hilfe der Vereinten Nationen hatte er im Vorfeld bereits angeboten, er zeigte sich aber auch besorgt über die Versorgung der Zivilbevölkerung und der Flüchtlinge. Außerdem kündigte Ban an, auch in die besonders betroffenen Gebiete des Bürgerkrieges reisen zu wollen, um dort das Leid der Menschen aus erster Hand einschätzen zu können.

http://www.tagesschau.de/srilanka378.html

4 Reaktionen zu “Flüchtlingslager hinter Stacheldraht”

  1. Team von Abgeschoben-waf

    von http://www.geoflueck.ch

    Dienstag, 26. Mai 2009, 22.55 h UNO tagt über Sri Lanka * Kommunalwahlen in zwei Distrikten angekündigt

    Inland: Die srilankische Regierung hat gestern angekündigt, dass sie beabsichtige, am 8. August 2009 in den Distrikten Jaffna und Vavuniya Lokalwahlen abhalten zu lassen. (Reuters, BBC) Eine Zusammenarbeit mit einer zur politischen Partei gewandelten LTTE lehnt Sri Lanka ab – die LTTE könnte wieder zurück zum terroristischen Kampf greifen. Man könne der LTTE nicht vertrauen, meint die srilankische Regierung. Die LTTE hatte ein entsprechendes Angebot gemacht. (BBC) Die srilankische Luftwaffe hat zwei der eroberten Flugpisten der LTTE als Standorte übernommen und betreibt dort eigene Flugplätze. (il, LP)

    Ausland: UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon hatte bei seinem Sri Lanka-Besuch wie erwartet klare Forderungen gestellt. Die UNO wolle Zugang zu den srilankischen Internierungslagern . (Sonntagspresse) Deutschland will eine unabhängige Untersuchung von Kriegsverbrechen, begangen von allen Seiten im Konflikt, und bringt eine entsprechende Resolution vor den 17köpfigen UN Menschenrechtsrat. (BBC) Dieses Gremium tagt seit heute Dienstag. Ein Vereinbarungsentwurf der Schweiz, unterstützt von der EU, will Zugang zu den Internierungslagern für Vertreter internationaler Hilfswerke. (BBC) Indien und China favorisieren eine Lösung, bei der die UNO nicht unabhängig, sondern eng mit der srilankischen Regierung arbeiten solle. (BBC)
    Japan gewährt Sri Lanka einen Kredit von 1.4 Mio $ für Entminungen. (CP) Sri Lanka habe von Indien keine Offensivwaffen bekommen und sei deshalb enger zu China gerückt, berichten gut informierte Quellen. (CP) Sri Lanka will nun auch das internationale Netzwerk der LTTE zerschlagen und verhindern, dass vom Ausland aus erneut Gewalt in Sri Lanka organisiert werde. Entsprechend bemüht es sich, wichtige Exponenten der LTTE im Ausland juristisch auszuschalten. (DM)

    Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am heutigen Dienstag, 26.5. auf 2′142.46 Punkten (22.5.: 2′146.73 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag heute 26.5. auf 13′589.37 Punkten (22.5. 13′887.15 Punkte). In Japan lag der Nikkei heute auf 9′310.81 Punkten (22.5. auf 9′225.82 Punkte). (BBC, geoflueck) Der Dow Jones liegt heute spät mit 2.4% im Plus. (SF1) Der Euro hat gegenüber dem 22.5. (158.85 Rupien) bis am 26.5. mit 160.72 Rupien um 2 Rupien Wert gewonnen, der Dollar verliert 0.5 Rupien und liegt auf 114.78 Rupien ( 22.5. 115.1 Rupien) und der Schweizer Franken wird um 1 Rupie stärker mit 105.83 Rupien (22.5. 104.69 Rupien) gehandelt. (oanda.com, geoflueck)

    Sonntag, 24. Mai 2009, 18.25 h Newsflash Prabhakaran wohl wirklich tot

    Inland: Soeben hat das Schweizer Radio gemeldet, dass ein LTTE-Sprecher den Tod des Rebellenführers Prabhakaran bestätigt habe. Dies in einem Interview mit Fernsehmedien. (Radio DRS 1) In der Schweizer Sonntagspresse kommt die srilankische Regierung schlecht weg, vor allem wegen der Verweigerung des Zugangs zu Internierungslagern und Blockierung internationaler Hilfslieferungen. (Sonntag, Sonntagsblick, NZZ am Sonntag, SonntagsZeitung

  2. Team von Abgeschoben-waf

    von http://www.geoflueck.ch

    Donnerstag, 28. Mai 2009, 12.55 h Schon 75 Dengue-Fieber-Tote + Sri Lanka kann sich an der UNO durchsetzen

    Inland: Die srilankische Gesundheitsbehörde, Abteilung Epidemologie, hat eine dringende Warnung wegen einer grassierenden Dengue-Fieber-Epidemie herausgegeben. Es gebe 5′200 Patienten und 75 Tote in diesem Jahr. Das feuchte Wetter würde die Ausbreitung der Epidemie begünstigen. Betroffen sind die meisten Distrikte im Süden und Zentrum des Landes, sowie Batticaloa (siehe Link Reisewarnungen) CP).
    Die srilankische Armee beziffert die Verluste der LTTE innerhalb von 34 Monaten (seit Juli 2006) mit 22′000 Kämpfern und die eigenen Verluste mit 6′200. Zudem habe man rund 2′200 ehemalige LTTE-Kämpfer interniert, von denen die meisten ein Gerichtsverfahren erwartet. (BBC) In UVA wird heute der Provinzrat aufgelöst. Neuwahlen sollen noch vor August 2009 stattfinden. (CP) Der Chef der gemässigten Tamilenpartei TULF, Anandasangaree, fordert die Freilassung der Ärzte, die im Rebellengebiet gearbeitet und nach der Eroberung durch die Armee verhaftet worden sind. Ihnen wird „Rufschädigung“ gegenüber dem srilankischen Staat vorgeworfen. (CP)

    Ausland: Vor dem UN Menschenrechtsrat (47 Staaten vertreten) wurden Vereinbarungsentwürfe der Schweiz, der EU (Deutschland) und von Mexiko bezüglich Zugang zu Internierungslagern für Vertreter internationaler Hilfswerke und der Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen gar nicht erst besprochen. Dies auf Antrag von Kuba, unterstützt von Russland, Pakistan und China. (BBC)
    Sri Lanka gewann eine Abstimmung mit 29 zu 12, bei 6 Enthaltungen, die sich gegen „Einmischung in innere Angelegenheiten“ richtet. (BaZ, 28.5.2009, s.9) Die Hoch-Kommissarin der UNO für Menschenrechte, Navi Pillay, wurde von den Vertretern Sri Lanka scharf kritisiert. Sie habe keine Beweise für Kriegsverbrechen seitens der Armee. (BBC) IKRK-Chef Jakob Kellenberger fordert erneut den Zugang zu allen Internierungslagern in Sri Lanka und mehr humanitäre Hilfe für die 300′000 intern Vertriebenen in Sri Lanka.. Es gehe um Fragen der medizinischen Versorgung, der korrekten Behandlung und der Kontakte zwischen Familienmitgliedern. Das IKRK steht in Verhandlungen mit Sri Lanka. (NZZ, 28.5.2009, s.9)

    Kommentar: Sri Lanka will keine Einmischung in innere Angelegenheiten. Das hat kein Staat gerne. Aber wenn man bezüglich Menschenrechte korrekt gewesen war, hat man auch nichts zu befürchten. Der Westen soll also nichts mitbestimmen können, aber trotzdem Geld für den Wiederaufbau geben. Aber die westlichen Staaten haben es in der Hand, Hilfsgelder von unabhängigen Kontrollen abhängig zu machen. Solange nicht gewährleistet ist, dass Hilfsgelder nicht uneingeschränkt den Adressaten zukommen, können Kredite auch blockiert bleiben. Eine Kontrolle vor Ort ist normal, das gilt für alle Länder, die internationale Finanzhilfe bekommen.

    Vor der kanadischen Botschaft kam

  3. Team von Abgeschoben-waf

    aus: Gethin Chamberlain, The Guardian Eine Generation von Amputierten
    unter anderem bei…aber auch leicht zu finden, wenn man unter http://www.google.de “Eine Generation von Amputierten” eingibt.

    Der Freitag >> Politik >> Eine Generation von Amputierten Politik Sri Lanka | 01.06.2009 10:00 | Gethin Chamberlain, The Guardian Eine Generation von Amputierten
    Die Regierung Sri Lankas vertuscht, wie viel zivile Opfer es bei den letzten Kämpfen mit den tamilischen Rebellen gab. Krankenhäuser sind für Journalisten gesperrt
    Seite 1 von 2Auf der zerrissenen Matratze des Feldbettes liegt ein kleines Kind und schreit. Vom Fenster des Behandlungszimmers aus lässt sich die Hauptstadt Colombo überblicken. Eine Verwandte versucht, das Kind zu beruhigen, während die Ärzte ringsherum fast ungerührt ihrer Arbeit nachgehen. Das 18 Monate alte Mädchen soll gegen Ende der Kämpfe zwischen der Armee Sri Lankas und den tamilischen Rebellen von der LTTE im Nordwesten einen Bauchschuss erhalten haben. Eine hässliche Operationsnaht zieht sich über den Unterleib, ein Teil des linken Unterschenkels ist amputiert worden. Ein mitleidserregendes Bild.

    Tamilische Flüchtlinge aus dem Nordosten Sri Lankas (Foto Joe Klamar / AFP / Getty Images)
    Das Mädchen gehört zu Tausenden von Opfern, die überall in Sri Lanka in Krankenhäusern vor der Öffentlichkeit versteckt und von Polizisten oder Soldaten bewacht werden. Sobald sie transportfähig sind, werden sie wieder in eines der düsteren Lager gebracht, in denen derzeit schätzungsweise 300.000 Menschen aushalten müssen. Hilfsorganisationen und Menschenrechtsaktivisten sind überzeugt, das Gesundheitssystem des Landes sei nicht in der Lage, die große Zahl von Kindern und Erwachsenen zu versorgen, denen während der vergangenen Wochen schreckliche Verletzungen zugefügt wurden.

    Schusswunden und Verbrennungen

    Die Regierung will offenbar das wahre Ausmaß der Katastrophe vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen, erklärt die Krankenhäuser zur verbotenen Zone und lässt Ärzte, die innerhalb des Kriegsgebietes gearbeitet haben, unter dem Vorwurf verhaften, sie hätten heimlich die Anzahl der Todesopfer registriert. Nach inoffiziellen UN-Zahlen, die dem Guardian vorliegen, wurden in den vergangenen vier Monaten 8.000 Menschen getötet und 17.000 verwundet. Nicht berücksichtigt sind dabei die Opfer der letzten drei Kriegstage, in denen die Gefechte extrem heftig waren.

    Aus UN-Kreisen ist zu erfahren, interne Analysen wiesen darauf hin, dass es eine überdurchschnittlich hohe Zahl an verletzten und getöteten Kindern gegeben habe. Nachdem Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse vergangene Woche behauptet hatte, man habe einen Sieg errungen, ohne auch nur einen Tropfen Zivilistenblut zu vergießen, gelang es dem Guardian am 24. Mai, sich Zugang zum Lady-Ridgeway-Hospital in Colombo zu verschaffen und mit dem Personal zu sprechen, um sich ein Bild von der wirklichen Lage zu machen.

    Die Station im sechsten Stock bietet einen deprimierenden Anblick: Hier liegen einige der am schwersten verwundeten Kinder – ohne Gliedmaße oder mit Schusswunden und Verbrennungen. Die Stationsschwester sagt, dass schon viele solcher Fälle aus dem Kriegsgebiet in ihre Spezialklinik gekommen seien, wie viele könne sie aber nicht genau sagen.

    Andere Kinder sitzen auf Stühlen, ein Mädchen mit einem Gips am Arm, ein Junge sieht aus, als habe er Verbrennungen erlitten. Andere liegen mit verbundenen Wunden in ihren Betten. Alle sind sauber und werden von den aufmerksamen Schwestern in makelloser Dienstkleidung gut versorgt. Sie scheinen überrascht über den Besuch, da das Verteidigungsministerium Anfragen nach einer Erlaubnis, das Krankenhaus zu besuchen, abgelehnt hat.
    Eine Stationsschwester meint, die Kinder würden behandelt und dann mit ihren Eltern wieder zurück in die Lager um die Stadt Vavuniya im Norden Sri Lankas herum gebracht, sobald sie transportfähig seien. Es ist unmöglich herauszufinden, auf welche Weise die Kinder verletzt worden sind und vor allem durch wen. Das Personal erlaubt den Patienten und ihren Angehörigen nicht, ohne Erlaubnis des Krankenhausdirektors Interviews zu geben.

    Von einem Schrapnell getroffen

    Wer Berichte aus anderen Krankenhäusern erhält, stellt fest, dass die Situation auch anderswo ähnlich ist. Die entsprechenden Stationen sind mit Kriegsverletzten überbelegt, die Ärzte haben Mühe, der großen Anzahl Behandlungsbedürftiger Herr zu werden. „Kinder haben in diesem Krieg schrecklich gelitten und sind überdurchschnittlich stark betroffen“, sagt UNICEF-Sprecher in Colombo, James Elder. „Die medizinische Versorgungslage ist extrem angespannt und hat einen kritischen Punkt erreicht.“ Er fordert die Regierung auf, den verletzten Kindern und ihren Eltern zu gestatten, die Lager zu verlassen, um sich in einer angemessenen und besser geeigneten Umgebung zu erholen.Bhavani Foneska vom in Colombo ansässigen Zentrum für politische Alternativen erklärt, die Regierung sei offenbar entschlossen, weiter zu verbreiten, es habe weniger Tote und Verwundete gegeben, als das während der Kämpfe tatsächlich der Fall gewesen sei. Es werde viel vertuscht. „In Wahrheit gibt es so viele Verwundete, dass man sie über das ganze Land in Hospitäler verteilen musste.“ Foneska war in zweien davon und berichtet, sie habe Kinder gesehen, denen beide Beine oder Arme amputiert wurden. „Wir werden eine Generation von Amputierten haben.“ Die Lage werde für einige der traumatisierten Kinder noch dadurch verschlimmert, dass sie von Soldaten derselben Streitkräfte bewacht werden, die in einigen Fällen für ihre Verletzungen verantwortlich sind.

    Die UNO zeigt sich besorgt über die mangelhafte medizinische Versorgung in den Auffanglagern und die Weigerung der Regierung, Hilfe von außen anzunehmen. Als er vor Wochenfrist eines der Camps besuchte, hörte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon von einem jungen Mädchen, es sei von einem Schrapnell getroffen worden, doch gäbe es in ihrem jetzigen Lager weder die Möglichkeit für eine Operation noch die benötigten Schmerzmittel.
    Präsident Mahinda Rajapakse wollte von der Aufforderung Bans nichts hören, die Beschränkungen für Hilfe von außen aufzuheben. Seine Begründung: „In Anbetracht der wahrscheinlichen Anwesenheit von LTTE-Leuten unter den Flüchtlingen muss die Sicherheit gewährleistet werden. Sobald sich die Sicherheitslage verbessert, wird es keine Einwände mehr gegen die Unterstützung von Organisationen geben, die aufrichtig am Wohlergehen“ der vertriebenen Tamilen interessiert seien.

  4. Team von Abgeschoben-waf

    Meldung der Deutschen Welle:

    http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_4292832,00.html

    | 30.05.2009 | 19:00 UTC
    Amnesty fordert Untersuchung zu Bürgerkriegstoten in Sri Lanka

    LONDON: Amnesty International hat eine unabhängige Untersuchung zum Tod zahlreicher Zivilisten in Sri Lanka während der letzten Wochen des Bürgerkriegs gefordert. Die Vereinten Nationen müssten alles unternehmen, um die Wahrheit herauszufinden, sagte der für den Asien-Pazifik-Raum zuständige Leiter der Menschenrechtsorganisation, Sam Zarifi. Er rief die UN auf, umgehend ihre Schätzungen zur Zahl der von Regierungstruppen und Tamilenrebellen getöteten Zivilisten zu veröffentlichen. Dabei verwies Zarifi auf einen von der britischen Zeitung “The Times” veröffentlichten Bericht, wonach in der Schlussphase der Kämpfe mehr als 20.000 Zivilisten gestorben sein sollen, die meisten von ihnen durch Armeebeschuss. Das Blatt hatte sich auf vertrauliche UN-Dokumente berufen.

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