Schiff mit Hilfsgütern zurückgewiesen
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Montag, 8. Juni 2009, 19.50 h Schiff mit Hilfsgütern zurückgewiesen + Kritik im indischen Kongress und Lob aus GB
Kommentar zur Frage: Sollen Exil-Tamilen srilankische Waren und Dienstleistungen boykottieren?
Inland: Die srilankischen Behörden haben ein Schiff mit Hilfsgütern für tamilische Flüchtlinge weggewiesen, ohne dass die Nahrungsmittel und Medikamente entladen werden durften. Das Schiff fuhr unter syrischer Flagge und hatte Hilfsgüter an Bord, die von Exil-Tamilen aus Grossbritannien und Frankreich gespendet worden waren. Die srilankische Marine hatte das Schiff, zunächst als LTTE-Schiff bezeichnet, untersucht und festgestellt, dass wirklich nur Hilfsgüter an Bord waren. Aber da die Ladung ursprünglich für Zivilisten im Rebellengebiet gedacht war, verweigerte die srilankische Regierung eine Entladung und Verteilung der Hilfsgüter an intern vertriebene in Sri Lanka. (BBC, CP, il, AFP, TN) Laut UNO-Berichten sollen aus den Lagern für intern Vertriebene 13′000 Personen „verschwunden“ sein. Zudem wird in dem Bericht der UNO-Unterorganisation für humanitäre Angelegenheiten die Verwahrung von jungen tamilischen Männern und sexuelle Missbräuche an tamilischen Frauen thematisiert. (TN) Laut srilankischer Armee sollen maskierte Informanten unter den 300′000 Lagerinsassen insgesamt 400 LTTE-Kämpfer und Kämpferinnen identifiziert haben, die in Haftzentren transportiert wurden. Schon zuvor waren 2′000 LTTE-Kader aussortiert worden. (SLA, il, geoflueck) Die srilankische Regierung hat eines von zwei Büros für die Rekrutierung intern vertriebener für Arbeitsstellen im Ausland eröffnet. Die Regierung will in einem Programm Tausenden von Tamilen eine Stelle im Ausland beschaffen. (LP) Im Batticaloa Distrikt wurde in Ariyamapthi am Dienstag, 2. Juni, um 19.00 h ein ehemaliges TMVP-Kadermitglied erschossen. (LP, TN)
Im srilankischen Parlament rückt für den verstorbenen TNA- Abgeordneten Kanagasabai Pathmanathan neu Dr. Thangathurai (TNA) nach.(CP) Ein starker Sturmwind hat heute Montag Morgen innerhalb von 5 Minuten in einigen Dörfern des Distriktes Kurunegala 30 Häuser beschädigt. (CP, il)
Ausland: Bei einem Treffen mit dem srilankischen Aussenminister Bogollagama lobte der britische Aussenminister Milibrand die srilankische Regierung für ihren Sieg gegen die LTTE. In der britischen Regierung würde der LTTE keine Träne nachgeweint. Der gleichen Ansicht ist der Schattenminister der konservativen Opposition von GB. (LP, SLA) Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat am Freitag in einer geschlossenen Sitzung des UN Sicherheitsrats angeblich die Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen in Sri Lanka gefordert. Er steht unter Kritik, weil die UNO angeblich die wahren Verlustzahlen unter der tamilischen Zivilbevölkerung unter Verschluss hält. (TN, Basler Zeitung) Auch in Japan werden Forderungen nach einer Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen laut. Wenn Sri Lanka eine weisse Weste hätte, müsste die Regierung ja keine Angst vor einer internationalen Untersuchung haben. (Japan Times, TN)
In Indien wurde im Kongress Klartext geredet. Eine Abgeordnete der siegreichen Kongresspartei sprach von 20′000 unschuldigen Opfern unter der tamilischen Zivilbevölkerung durch Kriegseinwirkung in diesem Jahr und verlangte von dem srilankischen Präsident Rajapakse, dass die Diskriminierung der Tamilen in Sri Lanka aufhören müsse und eine wirkliche Machtteilung mit der tamilischen Minderheit zu folgen habe. (The Hindu).
Kommentar. Was können Exil-Tamilen tun? Viele verlangen einen Boykott srilankischer Waren. Ich rate zu einem Mittelweg: Tamilen im Ausland sollen gezielt tamilische Produzenten und Händler in Sri Lanka unterstützen, indem sie Waren und Dienstleistungen von diesen beziehen. Tamilen könnten ja auch einen Label einführen, für Produzenten und Händler, die Tamilen nicht diskriminieren oder speziell für Tamilen, die im ehemaligen Bürgerkriegsgebiet produzieren und politisch neutral sind. In zuerst genannten Fall könnten auch muslimische und friedfertige singhalesische Geschäftsleute und Bauern berücksichtigt werden. Man darf nicht vergessen – es gab und gibt auch Singhalesen und Muslime, die sich für die Minderheitsrechte von Tamilen und eine friedliche politische Lösung einsetzten und einsetzen. Ein Wiederaufbau geschieht weniger von oben herab – die singhalesischen Hardliner sehen nicht gerne eine Erstarkung der tamilischen Kapitalkraft in Sri Lanka. Gerade deshalb sollten sich die Tamilen im Ausland gut überlegen, ob ein allgemeiner Boykott aller srilankischer Waren und Dienstleistungen ihren Landsleuten in Sri Lanka selber hilft.
Wirtschaft: In Colombo lag die Börse am Montag, 9.6. auf 2′200.47 Punkten (27.5.: 2′156.04 Punkte) . Der Sensex in Bombay lag am Montag auf 14′665.92 Punkten ( 27.5 14′109.64 Punkte). In Japan lag der Nikkei auf 9′865.63 Punkten (27.5. 9′438.77 Punkte). (BBC, geoflueck) Der Dow Jones hingegen schwächelte im Verlauf des heutigen Montags mit Minus 1,5%.. (geoflueck)
Der Euro hat sich gegenüber dem 26.5. ( 160.72 Rupien) bis 9.6. mit 160.287 Rupien kaum verändert, der Dollar liegt stabil auf 114.791 Rupien ( 26.5. 114.78 Rupien) und der Schweizer Franken wird am 9.6. stabil mit 105.678 Rupien (26.5. 105.83 Rupien) gehandelt. (oanda.com, geoflueck)
Montag, 1. Juni 2009, 19.10 h Times schätzt Zahl der Toten