Benefizkonzert mit „Edel Caracho” in Beelen
Es war ein unbeschwerter, aber auch ein nachdenklicher Konzertabend, der am Sonntag im Hotel-Restaurant Beelen stattfand. Die Band „Edel Caracho“, die weit über den Kreis Warendorf hinaus ein Begriff ist, gab ein Benefizkonzert zugunsten der nach Sri Lanka abgeschobenen Familie Thadchanamoorthy. Dabei gab es sogar eine Premiere. Erstmals verstärkte Reinhold Reiker mit seinem Keyboard die vierköpfige Band. Der Sänger und Musiker stellte eine echte Bereicherung für die Beat-Kapelle dar. Weiterlesen…

Am 1. Dezember 2006 um 07:13 Uhr
Danke!
An dieser Stelle möchte ich mich bei der Band Edel Caracho, bei Bea Ahrens und bei Peter Bloemen für den wunderbaren Abend bedanken. Neben der Hilfe für die Familie Thadchannamoorthy, möchte ich mich aber persönlich für den schönen Abend bedanken. Die Stimmung war super. Gute Gespräche, ein reger Gedankenaustausch, das Kennenlernen neuer Menschen, das Zusammentreffen mit altbekannten Personen – der Abend war wie ein Geschenk.
Schön war auch, dass einige tamilische Mitbürgerinnen und Mitbürger gekommen waren. Andere tamilische Mitbürgerinnen und Mitbürger konnten nicht kommen, da sie bei einer großen Hochzeit in Ennigerloh waren. Trotzdem hatten sie Eintrittskarten gekauft und den Betrag inzwischen auch an die Ausrichter des Konzertes übergeben.
Die Begegnung mit all den Menschen in Solidarität hat mir und auch anderen eines gezeigt: Ich bin nicht allein. Wir machen weiter.
In diesem Sinne möchte ich es mit Theodor Fontane halten, der da sagt:
“Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser.”
Wo in anderen Abschiebefälllen Menschen nach vielem Ringen aufgegeben haben, da machen wir weiter. Dazu hat die Musik von Edel Caracho und das engagierte Eintreten von Bea Ahrens und Peter Bloemen Mut gemacht.
Nina und Familie Thadchannamoorthy lassen aus Sri Lanka grüßen.
Elisabeth Wiengarten
Am 1. Dezember 2006 um 20:47 Uhr
Wenn ich die Zustandsberichte der Familie von Nina Wiengarten und weitere Berichte – z.B. von „Human Rights“ – lese, steigt in mir eine Riesenwut auf. Es ist wirklich nicht zu verstehen und schon gar nicht zu akzeptieren, dass Dr. Gericke und seine Helfer Holtstiege, Thomas und Kramer nichts gegen diese verabscheuungswürdige Abschiebung unternommen haben. Im Gegenteil, sie wussten um die lebensgefährliche Situation in Sri Lanka und um die Hilflosigkeit der schwachen und gezeichneten Familie.
Nennen wir diese Tat doch einfach beim Namen: der Zynismus und der Hohn, eine absolut hilflose Familie mit drei kleinen Kindern, ohne überlebenswichtige Papiere, Medikamente etc., dafür aber mit einem Pappkarton und 100 Euro, in die Hölle von Sri Lanka zu schicken, ist und bleibt unerträgliche Menschenverachtung. Da nützt auch kein aalglattes Juristengequatsche, um sich reinzuwaschen. Mir wird übel, wenn in diesem Zusammenhang heuchlerisch von „Rückführung“ gesprochen wird. Diese ätzende Worterfindung steht doch in einer unheiligen Tradition von zynischen Begriffen wie „Überfremdung“ oder „Diätenanpassung“. Uns allen ist diese unsägliche Phrasendrescherei und das Sichherauswinden von Verantwortlichen, die niemals ihre Fehler zugeben und immer feige auf andere zeigen, nur allzu bekannt. Ein angeblicher Bericht des srilankanischen Botschafters über das so wunderbar friedliche und schöne Urlaubsland Sri Lanka ist eine absolute Absurdität. Höchst real dagegen verbrannte Leichen Gefolterter, die bis zum Himmel stinken.
Richtig (und wahr) ist nur eines: Die erkrankte Familie leidet stark und schwebt ständig in Lebensgefahr! Ich habe schon mit vielen Menschen über die Abschiebung gesprochen, die meisten waren gut informiert und ihr (typisch westfälisches) Urteil lautet: „So etwas macht man nicht!“ Eine solch unmenschliche Abschiebepraxis darf bei uns keinen Platz haben,
sie beleidigt unsere christlichen Werte von Mitmenschlichkeit und Unterstützung in Not. Hier müssen klare Worte fallen, auch wenn sie den Verantwortlichen überhaupt nicht schmecken.
Hier geht es um Menschenleben, die wohlwissend auf Spiel gesetzt werden!
Zum Schluss, Dank und Gottes Segen an alle Mitmenschen, die mit viel Mühe das Unrecht und die daraus entstandene Not lindern! Ohne Ihre unschätzbare Hilfe – jeder einzelne mit seiner guten Tat zählt – wäre die Familie Thadchanamoorthy ganz schnell untergegangen. Es gibt sie also doch, die sogenannten „kleinen Wunder“. Wir alle schauen auf Nina Wiengarten und die Schwestern, die zum „langen Arm Gottes“ geworden sind und tapfer echte Schwierigkeiten bewältigen.
Lassen Sie unseren Teil zur Hilfe beitragen, mit Ausdauer!