„Allein auf der Flucht – Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam”

12. Juni 2007

Warendorf. In Kooperation von amnesty Warendorf, der VHS Warendorf und der Buchhandlung Ebbeke ist für den 15. Juni 2007 um 20 Uhr eine Autorenlesung geplant.

Das Thema hat gerade in diesen Tagen Brisanz. In Sri Lanka, das normalerweise ein Urlaubsparadies ist, tobt der Bürgerkrieg. Jeden Tag sterben viele Menschen. Trotzdem hört man in den hiesigen Medien kaum etwas davon. Zwischen 500 000 und 600 000 Menschen sind innerländisch auf der Flucht. Die großen Hilfswerke, auch Brot für die Welt und Miserior machen auf diese Problematik aufmerksam.

Am Freitag wird Umeswaran Arunagirinathan aus seinem Buch „Allein auf der Flucht – Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam” lesen .Es ist die bewegende Geschichte eines Jungen, der sich nur eines wünscht: in Frieden zu leben. Lebendig wird der Autor seine Erlebnisse schildern und auch für Fragen zur Verfügung stehen. Aufgewachsen im Bürgerkriegsgebiet auf Sri Lanka, gelingt es seiner Mutter, ihm im Alter von 12 Jahren mit Hilfe von Schleppern die Flucht zu ermöglichen. Sein in Deutschland lebender Onkel will ihn aufnehmen.

Allein reist er zunächst nach Singapur.Was folgt, ist eine Odyssee, die ihn erst über viele Umwege zum Ziel führen wird. Landeskundliche Aspekte spielen neben lebhaften und bisweilen sehr persönlichen Situationsschilderungen eine große Rolle in dem Roman, der bei aller Tragik des Geschilderten auch amüsante Episoden beinhaltet. Frei von Selbstmitleid oder einseitigen Schuldzuweisungen beschreibt Arunagirinathan seine ersten Lebensjahre im Nordosten Sri Lankas: „ Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehören Gespräche darüber, wie man das Land am besten verlassen und wohin man flüchten könnte. Meine Heimat, mein Zuhause, war nicht sicher“, heißt es in dem Roman über Sri Lanka, wo seit mehr als zwei Jahrzehnten blutige Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen beinahe täglich Menschen das Leben kosten: „ Man war immer in Lebensgefahr,. Die meisten Menschen wollten nur weg.“

Gerade in diesen Tagen gibt es auf der Sonneninsel mehrere hunderttausend Binnenflüchtlinge. Passend zum empfohlenen Abschiebestopp nach Sri Lanka durch das Innenministerium des Bundes in dieser Woche hoffen die Organisatoren, dass sie mit der Veranstaltung auf großes Interesse stoßen.
Veranstaltungsort ist die Aula der VHS an der Freckenhorster Straße 35 im „Alten Lau“. Der Eintritt beträgt 3,– Euro, ermäßigt für Schüler, Studenten usw. 2,– Euro.

Pressemitteilung zur Vereinsgründung

29. Mai 2007

Kreis Warendorf. „Wir haben in den letzten Wochen sehr viel Angst gespürt. Wir haben, viele Menschen, die bei uns Asyl suchen näher kennen gelernt und viel über ihr Schicksal erfahren“. Bettina Sander, Rudolf Strecker, Nina und Elisabeth Wiengarten könnten stundenlang erzählen, wenn sie die letzten Monate Revue passieren lassen.

Nina Wiengarten hat dabei noch intensiver als die anderen die Abschiebung der Familie Thadchanamoorthy vor Augen, die aktuell immer noch in Sri Lanka um ihr Leben fürchten muss. „Hinter dem Schicksal von Asylbewerbern verbergen sich häufig Gefühle der Hilflosigkeit, Einsamkeit, Heimweh und Hoffnungslosigkeit. Der Alltag der Flüchtlinge in Deutschland ist geprägt von Unsicherheit und Angst. Es ist eine Angst vor der ungewissen Zukunft, vor einer Zurückweisung in das Elend der Verfolgung, des Hungers und des Krieges, dem sie eben entkommen sind“, so Elisabeth Wiengarten. „Wir wollen helfen, dass solche Schicksale deutlicher werden“, unterstützt Bettina Sander die Anliegen der Menschen, die sie in den letzten Wochen kennenlernte.

Genau in diesen letzten Wochen wurde im Kreis Warendorf viel über die Situation von Asylbewerbern und Migranten gesprochen. In Warendorf selbst und anderen örtlich nahe gelegenen Kommunen gibt es keinen Verein, der sich mit dieser Thematik vorrangig beschäftigt. Aus diesem Grunde haben sich einige Menschen zusammengefunden, die sich Gedanken über eine Vereinsgründung machen. Dabei ist es für die Organisatoren wichtig, dass sie christliches und humanitäres Handeln in den Vordergrund stellen.

Zu einem ersten Treffen am 30. Mai 2007 um 20 Uhr im Hotel Restaurant „Zum Engel“, Warendorf, sind alle Interessierten aus Warendorf, Sassenberg, Beelen, Westkirchen, Everswinkel usw. eingeladen. Wichtig ist für dieses Treffen, dass auch diejenigen eingeladen sind, die sich grundsätzlich über diese Thematik informieren möchten, aber nicht unbedingt Vereinsmitglied werden möchten. Wichtig ist den Organisatoren, dass allen Interessierten auch die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen gegeben wird und eine Vernetzung möglich ist.

Als Referent steht Pastoralreferent Arnold Michels aus Telgte zur Verfügung, der Vorsitzender von Z.I.B. Zusammen ist besser-Verein für Völkerverständigung, Telgte e.V. ist. Er wird über das Entstehen von Z.I.B. berichten und die Aufgaben des Vereins. Es wird ausreichend Gelegenheit sein, Herrn Michels Fragen zu stellen. Wer im Vorfeld noch Fragen hat oder Interesse an einer Vereinsgründung und am 30. Mai verhindert ist kann sich an Bettina Sander, Telefon 02586/272, Rudolf Strecker, Telefon 02586/9500 oder Elisabeth und Nina Wiengarten, Telefon 02586/970034 wenden.

mutteru1jah.JPG

Foto – Familie Thadchanamoorthy geht es immer noch schlecht. In Sri Lanka herrscht Bürgerkrieg. 465 000 Menschen sind innerländisch auf der Flucht. Von einer ruhigen Straße im Zentrum von Warendorf sind die Kinder in ein Bürgerkriegsgebiet verfrachtet worden. Bomben schlagen nah der Unterkunft ein, Menschen werden erschossen. Die Kinder, die hier geboren wurden, erleben einen Horrorfilm des wahren Lebens.

Vereinsgründung geplant – Treffen am 30. Mai 2007 um 20.00 Uhr im Hotel Restaurant “Zum Engel” in Warendorf

16. Mai 2007

In den letzten Wochen wurde im Kreis Warendorf viel über die Situation von Asylbewerbern und Migranten gesprochen. In Warendorf selbst und anderen örtlich nahe gelegenen Kommunen gibt es keinen Verein, der sich mit dieser Thematik vorrangig beschäftigt.

Aus diesem Grunde haben sich einige Menschen zusammengefunden, die sich Gedanken über eine Vereinsgründung machen. Dabei ist es für die Organisatoren wichtig, dass sie christliches und humanitäres Handeln in den Vordergrund stellen.

Zu einem ersten Treffen am 30. Mai 2007 um 20 Uhr im Hotel Restaurant „Zum Engel“, Warendorf, sind alle Interessierten aus Warendorf, Sassenberg, Beelen, Westkirchen, Everswinkel usw. eingeladen. Wichtig ist für dieses Treffen, dass auch diejenigen eingeladen sind, die sich grundsätzlich über diese Thematik informieren möchten, aber nicht unbedingt Vereinsmitglied werden möchten. Wichtig ist den Organisatoren, dass allen Interessierten auch die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennen lernen gegeben wird und eine Vernetzung möglich ist.

Als Referent steht Pastoralreferent Arnold Michels aus Telgte zur Verfügung, der Vorsitzender von Z.I.B. Zusammen ist besser-Verein für Völkerverständigung, Telgte e.V. ist. Er wird über das Entstehen von Z.I.B. berichten und die Aufgaben des Vereins. Es wird ausreichend Gelegenheit sein, Herrn Michels Fragen zu stellen.

Wer im Vorfeld noch Fragen hat oder Interesse an einer Vereinsgründung und am 30. Mai verhindert ist kann sich an Bettina Sander, Telefon 02586/272, Rudolf Strecker, Telefon 02586/9500 oder Elisabeth und Nina Wiengarten, Telefon 02586/970034 wenden.

In Colombo befindet sich die Familie Thadchanamoorthy tagtäglich in höchster Gefahr!

13. Mai 2007

Pressemitteilung von PRO ASYL

Mit Schreiben vom 8. Mai 2007 an die Innenministerien der Länder hat das Bundesinnenministerium endlich einen teilweisen Abschiebungsstopp nach Sri Lanka empfohlen. Das BMI bezieht sich auf die Berichte des Auswärtigen Amtes sowie Ergebnisse der Erkundungsreise eines Mitarbeiters des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Ende April. Beide Quellen berichten über eine seit Ende letzten Jahres wesentlich Verschlechterte Lage, nicht nur im Norden und Osten Sri Lankas, sondern auch in den von der Regierung kontrollierten Gebieten einschließlich Colombos.

Die jetzt vom BMI empfohlene Regelung ist unzureichend. Abschiebungen nach Sri Lanka sollen zunächst für drei Monate nur für aus dem Norden und Osten Sri Lankas stammende Tamilen ausgesetzt werden. Weiter abgeschoben werden sollen nicht nur Straftäter, sondern auch Tamilen, bei denen eine Existenzsicherung bei Rückkehr aufgrund noch vorhandener familiärer Strukturen im Regierungsgebiet bzw. sonstige bekannte Umstände gesichert erscheint? Es muss also nicht geklärt sein, dass es solche familiären Strukturen noch gibt, sondern die Behauptung (?erscheint gesichert?) genügt. Das ist nicht nur ein trickreich eröffnetes Scheunentor zur Fortsetzung der Abschiebungen für die Ausländerbehörden. Die Vorgabe missachtet auch die gefährlichen Realitäten Sri Lankas.

Seit längerem bereits weist das Hohe Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen darauf hin, dass es keine landesinterne Fluchtalternative in Sri Lanka gibt. Mit Verdachtsinhaftierungen muss auch in Colombo jeder rechnen, der in den Augen der Sicherheitskräfte z.B. der Nähe zur LTTE verdächtig ist, so das Auswärtige Amt. Eine richterliche Überprüfung solcher Festnahmen ist nicht gewährleistet. Tamile zu sein und nicht aus Colombo zu stammen, kann als Verdachtsmoment für eine Festnahme ausreichen. Die eindeutige Faktenlage wird von Seiten des BMI sehenden Auges ignoriert.

Die jetzige Regelung kommt spät: Seit Dezember 2006* haben sich PRO ASYL und andere Nichtregierungsorganisationen für einen sofortigen Abschiebungsstopp wegen des aufflammenden Bürgerkrieges eingesetzt. Spätestens nachdem ein drastischer ad-hoc-Lagebericht des Auswärtigen Amtes vom 30. Januar 2007 vorlag, wäre ein Abschiebungsstopp unumgänglich gewesen. Dass seitdem mehr als drei Monate verstrichen sind, ist unverantwortlich.

Die Innenministerien der Länder sind nicht gehindert, zunächst einen weitergehenden Abschiebungsstopp, ohne die genannte Ausnahmeregelung zu verhängen. Die Innenministerkonferenz am 31. Mai / 1. Juni 2007 muss sich auf jeden Fall eingehend mit dem Thema befassen.

gez. Bernd Mesovic – Referent

*siehe Presseerklärung von medico international und PRO ASYL vom 21.12.2006

„Allein auf der Flucht – Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam” Autorenlesung am 15. Juni 2007

10. Mai 2007

In Kooperation von amnesty Warendorf, der VHS Warendorf und der Buchhandlung Ebbeke für den 15. Juni 2007 um 20 Uhr eine Autorenlesung geplant. Umeswaran Arunagirinathan wird aus seinem Buch „Allein auf der Flucht – Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam” lesen.

Es ist die bewegende Geschichte eines Jungen, der sich nur eines wünscht: in Frieden zu leben. Aufgewachsen im Bürgerkriegsgebiet auf Sri Lanka, gelingt es seiner Mutter, ihm im Alter von 12 Jahren mit Hilfe von Schleppern die Flucht zu ermöglichen. Sein in Deutschland lebender Onkel will ihn aufnehmen. Allein reist er zunächst nach Singapur.

Was folgt, ist eine Odyssee, die ihn erst über viele Umwege zum Ziel führen wird. Landeskundliche Aspekte spielen neben lebhaften und bisweilen sehr persönlichen Situationsschilderungen eine große Rolle in dem Roman, der bei aller Tragik des Geschilderten auch amüsante Episoden beinhaltet.

Frei von Selbstmitleid oder einseitigen Schuldzuweisungen beschreibt Arunagirinathan seine ersten Lebensjahre im Nordosten Sri Lankas: „ Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehören Gespräche darüber, wie man das Land am besten verlassen und wohin man flüchten könnte. Meine Heimat, mein Zuhause, war nicht sicher“, heißt es in dem Roman über Sri Lanka, wo seit mehr als zwei Jahrzehnten blutige Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen beinahe täglich Menschen das Leben kosten: „ Man war immer in Lebensgefahr,. Die meisten Menschen wollten nur weg.“ Gerade in diesen Tagen gibt es auf der Sonneninsel mehrere hunderttausend Binnenflüchtlinge. Passend zum empfohlenen Abschiebestopp nach Sri Lanka durch das Innenministerium des Bundes in dieser Woche hoffen die Organisatoren, dass sie mit der Veranstaltung auf großes Interesse stoßen.

Veranstaltungsort ist die Aula der VHS an der Freckenhorster Straße 35 im „Alten Lau“. Der Eintritt beträgt 3,– Euro, ermäßigt für Schüler, Studenten usw. 2,– Euro.

Fahrradkarawane macht Station in Warendorf

7. Mai 2007

g8-plakat.jpg

Am Sonntag, den 13. Mai 2007, macht ein Teil der Fahrradkarawane, die sich anläßlich des G8-Gipfels auf den Weg nach Heiligendamm gemacht haben, auf dem Marktplatz in Warendorf Station.

Deine Stimme gegen Armut

7. Mai 2007

Der Hintergrund
Im September 2000 verabschiedeten Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern in New York die „Millenniumserklärung“ der Vereinten Nationen. Acht Entwicklungsziele sollen bis 2015 umgesetzt werden. Dazu gehört unter anderem die Halbierung der Zahl der extrem Armen und Hungernden.

2007 ist Halbzeit! Erste Schritte sind gemacht, aber insgesamt wurde viel zu wenig erreicht. Doch jetzt kann die deutsche Regierung Geschichte schreiben: beim G8-Gipfel in Heiligendamm (6. bis 8. Juni 2007) und während der deutschen EU -Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2007 kann Deutschland Armutsbekämpfung und Entwicklungspolitik ganz nach oben auf die Tagesordnung bringen.

Die Forderungen
Die Bundesregierung muss die Initiative übernehmen: für mehr und bessere Entwicklungszusammenarbeit, für einen umfassenden Schuldenerlass, für gerechten Welthandel und für Demokra- tisierungsprozesse in Entwicklungsländern.

Die Aktion “Deine Stimme gegen Armut” ist eine gemeinsame Aktion von VENRO als Dachverband von rund 100 entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen und dem Künstler Herbert Grönemeyer sowie Fachleuten aus der PR- und Medienbranche.

http://www.deine-stimme-gegen-armut.de/aktiv_card.html

Hier findet ihr ein pdf-Dokument mit Unterschriften-Liste zum Ausdrucken. Die Liste müssen bis zum 15. Mai 2007 an die dort angegebene Adresse zurückgesendet werden.

Gespräch mit Familie Thadchanamoorthy am 29. April 2007

29. April 2007

Von Elisabeth Wiengarten

Heute fand ich im Internet die Nachricht, dass es in Wattala zu Anschlägen gekommen ist. Ich rief die Schwestern vom Guten Hirten und auch Herrn Thadchanamoorthy an. Es ist allen nichts passiert. Die Kinder der Familie Thadchanamoorthy hatten jedoch extreme Angst. Eine Umsiedlung von Kindern, die deutsch fühlen, denken und handeln, weil sie hier geboren sind, in ein direktes Bürgerkriegsgebiet, ist für mich nach wie vor eine Menschenrechtsverletzung.
Die Kinder haben die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich habe auch mit Apisan, der inzwischen sieben Jahre alt wurde, gesprochen. Er berichtete mir von den Einschlägen und dem Stromausfall. Obwohl der Einschlagsort ca. 4 km  entfernt war, hat die Familie alles mitbekommen und war auch vom Stromausfall betroffen.
Da Herr Thadchanamoorthy immer noch keine ID-Karte hat (zur Erinnerung: Die deutschen Behörden habe ihm seine Karte bei der Ausweisung nicht zurückgegeben) hält er sich nur im Haus auf, da er Angst hat. Auch Apisan berichtete, dass sein Vater nur im Haus bleibt und alle Angst haben.

Infoabend am 26.04.07 im Rathaus Beelen um 19.30 Uhr

24. April 2007

“Wir erobern die Städte vom Land aus!” heißt eine Dokumentaion über neonazistische Gruppen in ländlichen Regionen in Niedersachsen.

Was macht das Dorf und den ländlichen Raum so attraktiv für Neonazis? Eine Mitarbeiterin des Mobilen Beratungsteams aus Brandenburg berichtet aus ihren Erfahrungen. Anschließend findet eine Diskussion statt und es kann in Kleingruppen gearbeitet werden.

Veranstalter: Aktiv gegen Rassismus im Kreis Warendorf – Beelen

Junge Beelener protestieren gegen Abschiebung von Bibas Bhandari

23. April 2007

Bibas Bhandari, 26 Jahre, wohnhaft in Beelen, inhaftiert in Abschiebehaft in die Justizvollzugsanstalt nach Büren. Dieser Fall beschäftigte am vergangenen Wochenende viele Menschen in Beelen. In verschiedenen Familien liefen die Drucker heiß und hunderte von Flyern wurden im Dorf verteilt, an Autos unter Scheibenwischer geklemmt oder in Briefkästen gesteckt. In Eile hatte Rudolf Strecker aus Beelen noch einen Flyer gestaltet und viele halfen bei der Vervielfältigung. Menschen wurden angesprochen und spontan zeigten viele Bürgerinnen und Bürger Interesse und Solidarität.

Bibas Bhandari war in Beelen beliebt. Er hatte feste Arbeit und wohnte in einer Privatwohnung auf dem Finkenweg. Auch zu seinen Nachbarn hatte er guten Kontakt. Besonders gut war er viele Jahre auch mit dem Vorsitzenden der Beelener Radsportfreunde, Willi Strotmeier, bekannt. Beim Kulturpfad am Beilbachsportplatz machte er auch mit und unterstützte die Künstlerin Simone Beckmann aus Greffen. Einstimmig herrschte bei den Freunden und Bekannten die Meinung: „Man hätte Bibas nicht klammheimlich aus seiner Wohnung abführen dürfen. Er hatte keine Gelegenheit mit uns Kontakt aufzunehmen, mit uns zu sprechen. Es darf nicht sein, dass Menschen einfach aus ihren Wohnungen geholt werden.“

Am Samstag fanden sich noch mehr als dreißig junge Menschen auf dem Skaterplatz zusammen, um ein Foto für Bibas Bhandari zu machen. Am Samstag durfte Bibas im „Abschiebeknast Büren“ nicht besucht werden. Am Sonntag durften nur drei Menschen ihn besuchen. Diese Methoden wirkten auf die Beelener, die sich von Bibas verabschieden wollten schockierend. „Ich erfuhr von der Inhaftierung von Bibas am Freitag durch Herbert Luhmeyer, der Bibas auch gut kannte“, berichtet Elisabeth Wiengarten.

Sie kannte Bibas Bhandari seit 2002 und bewundert, mit welchem Elan dieser gearbeitet hat und auch die deutsche Sprache schnell erlernte. „Ich habe am Samstag versucht Bibas in der Justizvollzugsanstalt anzurufen. Es war nicht einfach. Man wollte ihn zuerst nicht ans Telefon holen.“, erzählt Elisabeth Wiengarten. Bibas Bhandari kann seine Abschiebung nicht verstehen, so berichtete er Elisabeth Wiengarten. Er hatte noch eine Duldung und sein Rechtsanwalt wollte neue Rechtsmittel einlegen, damit er in Deutschland bleiben könnte.

In der Justizvollzugsanstalt Büren saß auch Herr Thadchanamoorthy, erzählt Elisabeth Wiengarten weiter und hat große Zweifel an solchen Einrichtungen. Wer sich informieren will, kann dies bei einer Aktion, die sich vor Ort für die Häftlinge einsetzt, so Elisabeth Wiengarten und weist auf die Seite www.aha-bueren.de hin.

skater-klein2.jpg

Nora Dahl, Matthias Elsing, Andreas Lohmann, Roman Giesbrecht (alle vier von der AGR-Beelen (Aktiv gegen Rassismus), Marius Havelt, David Sander, Nina Wiengarten, Rudolf Strecker und Jannis Strecker trafen sich am Sonntag und verteilten auch noch Flyer an der Axtbachhalle, anlässlich der Hobbykünstlerausstellung. Die vielen Freunde von Bibas Bhandari und die Initiatoren von www.abgeschoben-waf.de wollen sich auch weiter vernetzen.

Ein großes Treffen ist zur Absprache geplant. Wer noch mitmachen möchte, kann sich bei der Familie Wiengarten unter Telefon 02586/970034 melden. Alle Aktiven bitten um den Download der Protestbriefe, des Flyers und der Unterschriftenlisten von www.abgeschoben-waf.de. „Wir hoffen, dass viele Menschen unserem Landrat Dr. Gericke schreiben und die sofortige Abschaffung der Abschiebemethoden; wie im Fall von Bibas Bhandari fordern.

„Bibas hätte noch Möglichkeit gegen die Abschiebung bis zum 3. Mai Einspruch zu erheben. Doch wahrscheinlich wird man ihn am Dienstag früh in ein Flugzeug auf dem Frankfurter Flughafen setzen“, so Elisabeth Wiengarten, die mit Frank Gockel vom Arbeitskreis Büren telefonierte.

„Bitte schreibt auch Mails an verwaltung@kreis-warendorf.de. Es müssen viele Schreiben dort eingehen.“ bittet Nina Wiengarten, die wieder einmal sehr geschockt von den Methoden der Warendorfer Ausländerbehörde ist. Eines scheint klar, wenn man mit den Betroffenen spricht: Bibas Bhandari wird in Beelen nicht so schnell vergessen werden.

skater-klein.jpg