Junger Nepalese aus Beelen in Nacht- und Nebelaktion in Abschiebehaft genommen

22. April 2007

Der junge Nepalese Bibas Bhandari, 26 Jahre alt, der seit 5 Jahren in der Axtbachgemeinde lebt, eine feste Arbeitsstelle hat, gut Deutsch spricht und sich in das soziale Netz der Gemeinde integriert hat, soll am Montag den 23. April 2007 nach Nepal abgeschoben werden. Dabei hätte er Zeit bis zum 3. Mai 2007 Rechtsmittel gegen die Abschiebung einzulegen, dies wurde vom Amtsgericht Warendorf am Samstag mitgeteilt. Weder der Arbeitgeber, noch der Vermieter oder Freunde wussten von der Verhaftung des jungen Mannes. Er sitzt in Büren in Abschiebehaft. Eine Nachbarin konnte seine Abführung nur zufällig beobachten, als sie am Amtsgericht zugegen war. Dies ist wieder ein Beispiel für die menschenunwürdigen Praktiken der Warendorfer Ausländerbehörde.

axtbach.jpg

Zu diesem aktuellen Fall bieten wir ein Flugblatt und eine Unterschriftenliste als PDF zum Download an: bibas-bhandari.pdf

Wir dürfen diese Unmenschlichkeiten direkt vor unseren Augen nicht zulassen: Senden Sie Ihren aufrichtigen Protest an das Kreishaus Warendorf: Fax: 02581/53-2452 • verwaltung@kreis-warendorf.de Keiner soll später sagen, wir hätten nichts gewusst und nichts unternommen!

axtbaxh21.jpg

axtbach3.jpg

Auf dem Foto: Rudi Strecker und Clemens Betting von Amnesty International, die am Samstag die Mitbürger Warendorfs über die geplante Abschiebung informiert haben.

Rede von Nina Wiengarten auf der Demo in Ahlen

25. März 2007

demo5.jpg

Guten Tag,

ich bin Nina Wiengarten aus Beelen. Ich möchte euch jetzt eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte ohne Witz, ohne einnehmenden Charme, ohne ein glückliches Ende. Eine Geschichte über die Zerstörung.

17.10.2006: Die Beamten dringen in ihre Wohnung ein. Er hatte in den Morgenstunden eine Duldungsverlängerung für einige Tage erhalten. Vielleicht doch noch eine Chance, hatte er noch gedacht.

Die drei Kleinen verstört – wie sollen sie es auch verstehen, was passiert hier?

Ihre Angst bricht aus ihr heraus – Weinen, verzweifeltes Schreien. Die Beamten legen ihr Handschellen an – fest, schmerzhaft. Zum Kofferpacken keine Zeit. Abführung zum Haftprüfungstermin- sie ohne Schuhe.

Sie windet sich in ihren Ketten. Tagelang hat sie nicht geschlafen. Wieder könnte es soweit sein, wie damals, dachte sie.
Damals, als man sie auch in Fesseln legte. Klingen – tiefe Schnittwunden. Zigarettenstummel – gebrandmarkt.
Knüppel – Schläge auf den Hinterkopf. Folter. Man hat ihre Seele gebrochen, damals – und heute wieder, als sie ihre Familie aus ihrem Leben rissen.

14 Jahre in dem Land, das sie Heimat nennen. Ein Land mit Kinderzukunft. 14 Jahre Schutz und Hoffnung. 14 Jahre Zukunftsperspektiven. 14 Jahre Freundschaften. 14 Jahre ein Heim, Nahrung und Arbeit. 14 Jahre Leben – ohne Angst.

Und dann? Abschiebehaft. Aber nicht zusammen in einer Zelle. Keiner weiß, wo die anderen sind. 1 Woche Ungewissheit – über die Schicksale. Eine Woche Seelenqual.

Man hatte ihre Krankheit doch zuvor erkannt – ausgelöst durch die Qualen der Vergangenheit. Posttraumatische Belastungsstörung. Reiseunfähigkeit. Dann plötzlich: abgeschmettert – im Gutachten des Neuen. Kerngesund, auf dem Blatt von Dr. Liedtke, auf dem Blatt des Abschiebearztes, von der Ausländerbehörde bestellt- zur Vollstreckung – für die gute Abschiebequote. Solche Methoden sind doch Geschichte, oder?

25.10.2006: Das Flugzeug hebt ab. Deportation. Aus dem Sinn geflogen. Job erledigt. Zu den Akten – denken sie in ihren feinen Anzügen an ihren blanken Schreibtischen.

Das hier passierte nicht Tausende von Kilometern weit weg. Das hier hat mit uns zu tun, mit unserem Deutschland. Das hier hat mit unserer Asyl- und Flüchtlingspolitik zu tun, mit unserer Kreisverwaltung Warendorf. An der Spitze: Chef Dr. Olaf Gericke – Landrat.

Familie Thadchanamoorthy: Kiddinan, Menka, ihre Kinder Apisan (6), Apirami (4) und Abineaja (1 ½) wurden am 25.10.2006 ohne lebensnotwendige Papiere, ohne Impfschutz, ohne medizinische Versorgung, ohne Kleidung, mit 100 Euro nach Sri Lanka abgeschoben. Die Eltern lebten fast 14 Jahre in Warendorf.

Zum Hintergrund: Der Bürgerkrieg verzeichnet in den letzten Monaten das höchste Ausmaß an Gewalt seit den letzten 20 Jahre. Er wütet im Norden und Osten Sri Lankas seit 1982. 70.000 Tote.150.000 Menschen auf der Flucht. Menschenrechtsorganisationen fordern einen Abschiebestopp.

Entführungen, Folter, Zwangsrekrutierungen, willkürliche Verhaftungen, Leibesvisitationen und Hausdurchsuchungen durchlebt besonders die tamilische Bevölkerung. Familie Thadchanamoorthy ist tamilisch.

Ich habe diese fünf Menschen wieder getroffen. Ich war in Sri Lanka – das letzte halbe Jahr. Auslandssemester bei den Schwestern vom Guten Hirten, in einem katholischen Orden. Die Rechnung des Chefs ging nicht auf, kein Vergessen.

Vom 27.10.2006 bis 11.2.2007 habe ich versucht, gemeinsam mit Schwester Judith, mit Spendengeldern aus Deutschland Hilfe zu leisten. Schwester Judith macht weiter.

Hilfe, das ist Hoffnung. Hilfe, das ist Perspektive. Doch ich muss euch enttäuschen. Das Ende ist in Sicht: Leben in Abhängigkeit von Spendengeldern als einzige Lebensgrundlage? Leben ohne Ausweis? Dem Familienvater fehlt sein Ausweis. Deutsche Behörden haben ihn eingezogen, ihm nicht wieder gegeben. Wir haben eine Neubeantragung angestrebt. Die Behörden verweigern ihre Verantwortlichkeit. Tamile = LTTE. Für sie ist alles klar.

Leben auf Messers Schneide? Es ist Krieg. Polizeikontrollen, Hausdurchsuchungen, Vorladungen – all das haben sie mit Kiddinan Thadchanamoorthy durchgespielt. Bisher hat er diese Seelenfolter auf Grund einer Sache unbeschadet überstanden: Die Bürgschaft von Schwester Judith. Doch es bleibt eine Frage der Zeit.

Leben ohne Arbeit? Ohne Ausweis findet Kiddinan keine berufliche Anstellung. Er wird seine Familie niemals eigenständig ernähren können. Dieses Leben, ist kein Leben in Würde. Dieses Leben ist kein Leben in Freiheit. Dieses Leben ist dem Tod geweiht.
Wir sind heute zusammengekommen, um unsere Stimmen zu erheben.
Wir sind heute zusammengekommen, um Symbol zu sein für den Wunsch nach Veränderung.
Wir sind zusammengekommen, um uns auf die Seite unserer fremdländischen Brüder und Schwestern zu stellen.

Wir verteilen jetzt gleich Flyer von der Gruppe www.abgeschoben-waf.de. Einige Leute unterstützen die Familie bis heute, gemeinsam mit den Schwestern.

Ihr könnt aktiv helfen: Postet Beiträge auf der Seite. Richtet Euch mit Leserbriefen in sämtlichen Zeitungen gegen dieses Verbrechen. Verfasst Briefe an Dr. Olaf Gericke, mit der Bitte um Rückführung. Tragt diese Geschichte weiter an Freunde, in andere Gegenden. Hängt Plakate in Euch bekannten Einrichtungen, Geschäften, in euren Autofenstern auf.

Ich bitte Euch, lasst Familie Thadchanamoorthy in unseren Köpfen nicht sterben. Wir setzen alles daran, ihnen einen Weg zurück in ihre deutsche Heimat zu schaffen. Helft uns dabei. Danke schon jetzt für Eure Zeichen der Menschlichkeit.

© Nina Wiengarten, März 2007

Wir “basteln” uns eine Nigerianerin – Beitrag von E. Wiengarten

23. März 2007

Immer wieder bin ich geschockt, was alles so passieren kann. Ich habe einen Artikel aus einer schweizerischen Zeitung, der leider in der letzten Woche auch ein Spiegelbild im Kreis Warendorf gefunden hat. Wir sind gespannt, ob man sich auch hier in unserem Kreis mit Hilfe seltsamer Methoden „eine Nigerianerin“ bastelt. Bitte auch das Schreiben von Herrn Pico aus Berlin beachten, der dort die Vorführung von Frau X beobachtet hat.

Weiterlesen bei den Kommentaren!

Aktion “Stoppt Abschiebung” in Warendorf

18. März 2007

Gestern setzten Michael Schulze-von-Glaßer von der solid-Kreisgruppe Warendorf sowie Nina Wiengarten und Heike Gerdelmann ein Zeichen gegen die Abschiebepraxis des Kreises Warendorf.

Die jungen Erwachsenen brachten ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt Abschiebung“ mit freundlicher Genehmigung des Pfarrers Herwig Behring, am evangelischen „Martin Luther Haus“ an der B 64 an.

„Im Fall der Warendorfer Familie Thadchanamoorthy nahm die Abschiebepraxis unseres Kreises besonders skandalöse Ausmaße an. Für mich ist die Verletzung von Menschenrechten an dieser Stelle klar gegeben“, so Nina Wiengarten, der dieser Fall durch die Betreuung der Betroffenen im Rahmen ihres Praxissemesters auf Sri Lanka lückenlos bekannt ist.

Die Beelenerin hält mehrmals wöchentlichen Telefonkontakt zu den Abgeschobenen. Die Ordensschwestern vom Guten Hirten versuchten seit Wochen eine ID-Karte für den Familienvater zu beantragen, einen lebensnotwendigen Ausweis. Bekannt ist den Aktionsunterstützern, dass diese Karte im Rahmen des Asylverfahrens bei deutschen Behörden verloren ging. Frau Wiengarten erfuhr aktuell von den Ordensschwestern, dass die Beantragung der ID-Karte gescheitert ist. Die srilankischen Behörden verweigern ihre Zuständigkeit. Willkürliche Verhaftungen, Entführungen, Folter und Tötungen stehen gerade für Tamilen im Zuge des Krieges an der Tagesordnung. Zudem kann der Mann seine Familie nicht eigenständig ernähren, da er ohne die Karte keine berufliche Anstellung findet.

„Die Familie lebt nun rein unter dem Schutz der Ordensschwestern, allein von den Spendengeldern aus Deutschland. Ein eigenständiges Leben ist für sie auf Sri Lanka nicht absehbar, das bekunden die fachkundigen Schwestern in jedem Telefonat“, so Nina Wiengarten.

„Das Transparent ist ein symbolischer Aufschrei. Wir möchten unsere Mitbürger einladen sich mit Abschiebeopfern zu solidarisieren. Wir kennen viele Menschen, die im Kreis Warendorf in ständiger Angst leben, obwohl sie Arbeit haben, Deutsch gelernt und sich in unsere Gesellschaft integriert haben. Wir suchen Vereine, Gruppen, Kirchengemeinden und Privatpersonen, die dieses Transparent für einige Tage an ihren Gebäuden anbringen, um diesen Aufschrei durch den gesamten Kreis Warendorf zu tragen“, so Nina Wiengarten. Anmeldungen für die mitmenschliche Aktion nimmt Familie Wiengarten jederzeit unter 02586/970034 entgegen.

p3160048.JPG

Trödeltreff zugunsten der Aktion Kinderhilfe

14. März 2007

p1010034.JPG

„Wir waren ziemlich zufrieden!“ Dieses Fazit zogen in diesen Tagen die Verantwortlichen vom Trödeltreff der Aktion Kinderhilfe. Rund 1300 Euro klingelten am Ende in der Kasse.

Dafür hatten die Verantwortlichen aber viele Stunden harter Arbeit hinter sich gebracht. Da musste geschleppt, sortiert, dekoriert und ausgezeichnet werden, bis alles perfekt für den Verkauf aufbereitet wurde. Am Freitag ist jeweils der Termin für den Aufbau der Aktion und am Samstag findet der Verkauf dann von 8.00 bis 12.00 Uhr statt. Gesucht wird alles an Ober- und Unterbekleidung, auch gut erhaltene Nachtwäsche lässt sich verkaufen.

Mit dabei war am Samstag auch Nina Wiengarten, die inzwischen aus Sri Lanka zurück ist. Sie präsentierte die Handarbeitsprodukte, die in Sri Lanka in einer Aktion „Hilfe zur Selbsthilfe“ von jungen Mädchen produziert werden. Taschen, Kissenbezüge, Wandbehänge, Schmuckkarten sind dabei im Angebot. „Viele Menschen haben mich angesprochen und nach der Aktion gefragt.

Die meisten wollten aber auch wissen, wie es der Familie Thadchanamoorthy geht, die ich in Sri Lanka betreut habe.“ Leider konnte Nina Wiengarten nur berichten, dass es der Familie immer noch sehr schlecht geht. Herr Thadchanamoorthy hat seine ID-Karte immer noch nicht. Weithin ist bekannt, dass diese ihm von den deutschen Behörden nicht mitgegeben wurde.
Frau Thadchanamoorthy und die Kinder sind immer noch oft krank und leiden psychisch unter den Folgen der Abschiebung, die nach Meinung von Nina Wiengarten die Menschenrechte der Familie eindeutig verletzt hat.

Der nächste Trödeltreff findet am 28. April statt und zwar wie üblich von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr im Pfarrheim St. Josef Warendorf, Ecke Holtrupstraße-Dreibrückenstraße. Abgabe für die Sachspenden ist am Freitag vorher in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Wer noch Fragen hat, kann sich an Elisabeth Wiengarten unter Telefon 02586/970034 wenden.
Die Produkte aus Sri Lanka werden übrigens in Herzebrock in der Weinhandlung Inselmann, in Beelen in den Geschäften Beutelmann und Brinkkemper und in Warendorf im Bioladen Schulze-Schleppinghoff und Kindermodengeschäft Lilli & Max verkauft. Der Erlös geht komplett an die Aktion Kinderhilfe. Infos zu der Aktion unter www.srilanka-waf.blogspot.com.

“Hiergeblieben” – Infoveranstaltung zur Asyl- und Abschiebepolitik

14. März 2007

Vortrag von Ulla Jelpke zur Asyl- und Abschiebepolitik in NRW und der Region. Für alle Gegner von Abschiebungen und für die, die es noch werden wollen, können wir diese Veranstaltung in Gütersloh empfehlen.

Ulla Jelpke (MdB)
Freitag, 16. März, 19.30 Uhr, Weberei Gütersloh, Bogenstrasse 1 – 8, 33330 Gütersloh.

“Flucht aus dem Paradies”

5. März 2007

Ein Roman schildert, wie ein Zwölfjähriger aus Sri Lanka nach Deutschland flüchtet.
Vorgestellt von Katja Köhne im amnesty journal 03/2007

Es ist keine alltägliche Geschichte. Eine Mutter schickt ihr minderjähriges Kind Tausende von Kilometer weit in die Ferne, um sein Leben zu schützen. Für viele Kinderflüchtlinge, vor allem aus Kriegsgebieten, ist es Realität. Stellvertretend für sie erzählt Umeswaran Arunagirinathan in seinem autobiographischen Roman „Allein auf der Flucht- Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam“, wie der Bürgerkrieg auf Sri Lanka sein Leben beeinflusst hat.

Als Zwölfjähriger verlässt er seine Heimat in Richtung Europa, wo er schließlich nach einer Odyssee über Stationen in Asien und Afrika am Flughafen in Frankfurt/Main ankommt. Von nun an plagt ihn nicht nur die Angst um seine Eltern, die er zurücklassen musste, sondern auch die Angst um seinen Aufenthaltsstatus. Eindringlich schildert Umeswaran Arunagirinathan, der heute in Lübeck lebt und dort Medizin studiert, die Hintergründe und Stationen seiner Flucht, aber auch die Situation von Kinderflüchtlingen und jungen Ausländern in Deutschland.

Landeskundliche Aspekte spielen neben lebhaften und bisweilen sehr persönlichen Situationsschilderungen eine große Rolle in dem Roman, der bei aller Tragik des Geschilderten auch amüsante Episoden beinhaltet. Während eines erzwungenen Aufenthalts in einem togolesischen Schlepperlager vergnügt sich der Flüchtlingsjunge beispielsweise damit, afrikanischen Marktfrauen indische Tempeltänze vorzuführen.
Frei von Selbstmitleid oder einseitigen Schuldzuweisungen beschreibt Arunagirinathan seine ersten Lebensjahre im Nordosten Sri Lankas: „ Zu meinen frühen Kindheitserinnerungen gehören Gespräche darüber, wie man das Land am besten verlassen und wohin man flüchten könnte. Meine Heimat, mein Zuhause, war nicht sicher“, heißt es in dem Roman über Sri Lanka, wo seit mehr als zwei Jahrzehnten blutige Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen beinahe täglich Menschen das Leben kosten: „ Man war immer in Lebensgefahr,. Die meisten Menschen wollten nur weg.“

Dass Information notwendig ist, steht außer Zweifel: Der Bürgerkrieg in Sri Lanka spielt sich weitgehend unbemerkt von den Medien ab. Erst als der Tsunami auch auf Sri Lanka zu großflächigen Verheerungen führte, stand das Land kurzfristig im Fokus der Weltöffentlichkeit.
An der Lage der rund 300.000 Binnenflüchtlinge, die wegen der andauernden Kampfhandlungen zwischen Regierungstruppen und tamilischen Separatisten seit Jahren in provisorischen Flüchtlingscamps leben, hat sich trotz der Spenden nichts geändert.
Als Mitglied der ai-Hochschulgruppe Lübeck lässt Umeswaran Arunagirinathan keine Gelegenheit aus, sich für die Menschenrechte in seinem Land zu engagieren.
(Das Buch: Umeswaran Arunagirinathan, „Allein auf der Flucht- Wie ein tamilischer Junge nach Deutschland kam. Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2006, 140 S., 12,50 Euro)

Infostand von Amnesty in Warendorf

26. Februar 2007

Mit einer Eilaktion zeigte die Warendorfer Ortsgruppe von Amnesty International am vergangenen Samstag Präsenz in der Warendorfer Innenstadt. Im Jemen drohen nach Zusammenstößen zwischen Angehörigen einer schiitischen Gemeinschaft und Sicherheitskräften im Norden des Landes etwa 54 Männern Misshandlungen und Folter. Sie wurden festgenommen und haben derzeit keinen Kontakt zur Außenwelt.

Amnesty International befürchtet, dass viele von ihnen auf Grund der Wahrnehmung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung und Glaubensfreiheit inhaftiert worden sind. Mit der Unterzeichnung eines Eilbriefes an den Präsidenten des Jemen konnten die Warendorfer Bürger ihre Solidarität bekunden und an eine menschliche Behandlung der Gefangenen appellieren bzw. um deren Freilassung bitten.

Der Abschiebefall der Warendorfer Familie Thadchanamoorthy aus Sri Lanka wurde von den Menschenrechtlern ebenfalls an die Warendorfer Bevölkerung weitergetragen. Das ai-Mitglied Nina Wiengarten berichtete den Passanten von dem unmenschlichen Schicksal und der perspektivenlosen Zukunft der die Familie in Sri Lanka ausgesetzt ist.

Die Studentin konnte die Familie während ihres Auslandssemesters in Sri Lanka mit Hilfe der katholischen Ordensschwestern vom Guten Hirten durch Zufall ausfindig machen und Hilfen zur Unterstützung aufbauen. Nina Wiengarten berichtet: „Die politische Situation eskaliert in weiten Landesteilen Sri Lankas von Tag zu Tag mehr. Die Familie lebt in ständiger Angst vor Übergriffen, Selbstjustiz, willkürlichen Polizeikontrollen, Festnahmen oder gar Folter. Nur durch die Spenden hilfsbereiter Mitbürger und dem Einsatz der Ordensschwestern konnte der Familie bisher ein gewisser Schutzraum geboten werden.

Die Ordensschwestern und ich sehen für die Familie jedoch keine Chance ein eigenständiges Leben in Sri Lanka leben zu können, was jedoch jedem Menschen möglich sein muss. Irgendwann sind die Spenden verbraucht und die Warendorfer geraten in die gleiche gefährliche Spirale von Armut und Kriegsgewalt, der sie nach der unmenschlichen Abschiebung ohne lebensnotwendige Papiere, der Grundlebensausstattung sowie Finanzen ausgesetzt waren.

Es ist immer noch nicht in Aussicht, dass Herr Thadchanamoorthy seine Ausweispapiere, wie die ID- Karte, in Sri Lanka neu ausgestellt bekommt, die einst im Rahmen des Asylverfahrens an einer der zuständigen Behörden in Deutschland verschwand. Ohne diese Papiere kann er keine Arbeit annehmen und kann sich im Rahmen von Kontrollen nicht ausweisen, was zur Festnahme führen kann. Das Leben der Familie hängt also weiterhin am seidenen Faden“.

p2240012.JPG

Foto: Nina Wiengarten, Clemens Betting, Klaus Wiese, Heike Gerdelmann und Rudolf Strecker

An die Leser unserer Seite

17. Februar 2007

Wir sind bei dem Thema Abschiebearzt am Ball. Ein ganz schreckliches Berufsbild offenbart sich mir dort. Ärzte verdienen ihr Geld damit, dass sie Menschen für abschiebetauglich erklären, fegen Gutachten von Unikliniken usw. an die Seite.
Lesen Sie hier unseren ausführlichen Beitrag…

Barbara Lochbihler in Warendorf – Heute um 19.30 Uhr

9. Februar 2007

Barbara Lochbihler, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland wird Warendorf auf Einladung von Bündnis 90/die Grünen am 09. Februar besuchen. Unter dem Motto “Menschenrechte für alle – was die EU dazu beitragen kann, wird Barbara Lochbihler an einer Abendveranstaltung von Bündnis 90/die Grünen im Kolpinghaus in Warendorf teilnehmen und zu diesem Thema referieren.
bilan-kopie.jpg